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Reality-check: A2 als Alltagsauto oder sind die Ersatzteilpreise schon zu hoch?

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Es wäre nicht falsch zu sagen, dass ich mich in den A2 verliebt habe, so weit wie es mit einem Auto möglich ist. Ich habe aber noch keinen gekauft. Ich habe meine Augen auf den 1.4 Benziner mit OSS, und ich habe mich ich auch für einen 1.2 TDI ANY interessiert (aber nicht mehr).

 

In Kürze wird unsere jährliche Fahrdistanz von etwa 20.000 km auf 10.000 km sinken.

 

Ich habe einige Zeit in den Foren verbracht um sicherzustellen, dass ich die mögliche A2-Probleme und OSS-Probleme kenne, bevor ich Besitzer werde. Ich habe auch gestern einen hoch bewerteter 3L (Lupo) Spezialisten besucht hier im Nähe (ich wohne in Dänemark). Er repariert auch 3L ANY Audis - und gelegentlich auch die älteren VW / Audi / Skoda Modelle mit dem 1.4 TDI Motor.

 

Ich fragte ihn nach dem 1.2 TDI (ANY). Ich habe einen mit Laufleistung 92.000 zum Verkauf gefunden. Keine gute Idee mehr, sagt er. Die Audi A2 (und Lupo 3L) Ersatzteilpreise steigen und steigen. Er hat in nur einem Jahr von VAG Dänemark bis zu 5-6 mal höhere Preise gesehen. Er hat auch mehrmals havarierten 1,4-TDI-Motoren gesehen (ganz kaputtgegangen mit ein Loch an der Seite des Motors). Er sagte, dass gebrauchte und/oder renovierte 75 TDI-Motoren und insbesondere der 90 TDI immer schwieriger zu finden sind. Der einzige Motor, den er empfahl, war der 1.4 Benziner (wir haben nicht über den 1.6 BAD gesprochen, weil ich bin daran nicht interessiert). Selbst würde er jetzt nicht mehr einen A2 kaufen, weil es nur 4 NCAP-Sterne hat, während eben ein VW Up! jetzt 5 Sterne hat.

 

Ich würde gerne von anderen hören, ob ihr ähnliche Steigerungen von VAG Deutschland bei A2 Ersatzteilen gesehen hat - also bei anderen A2 Modellen als dem 3L? Und wie ist die Situation beim Kauf von Gebrauchtteilen über ebay.de oder ebay.co.uk? Und was denkt ihr über Sicherheit?

 

Also: Macht es jetzt in den kommenden 5-10 Jahren Sinn, an einen Audi A2 als Alltagsauto zu denken - oder nähert wir uns schnell dem Youngtimer- und Oldtimer-Status mit dem entsprechenden Bedarf an mehr Geduld, Sorgfalt und Investition?

bearbeitet von kassoe
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Am wartungsärmsten und problemlosesten ist der 1.4 Benziner (Motorcode BBY oder AUA), wobei BBY wegen einiger Details zu bevorzugen wäre.

 

Von 1.6 BAD oder 1.2 ANY würde ich als "ganz normaler Autofahrer" ohne jeden Technikbezug zwischenzeitlich eher die Finger weg lassen, da sie altersbedingt einige wartungsintensive Komponenten haben, mit denen man sich intensiver beschäftigen muss, um sie zu lösen.

 

Das OSS ist potenziell ein erhebliches Problem, sofern es nicht bereits fachmännisch überholt wurde. Im Zweifelsfall darauf verzichten, oder einen Urlaub in Oberbayern planen, um es im dafür spezialisierten Autohaus Rinner in Bad Tölz für ca. 600 EUR herrichten zu lassen. Normale Werkstätten sind regelmäßig damit überfordert. Eine gut abgedichtete Stilllegung kann auch eine akzeptable Option sein.

 

Ersatzteilpreise für alle A2, nicht nur für den ANY, sind in der Tat erheblich gestiegen, von einem Faktor 5-6 kann man allerdings nicht sprechen, das ist falsch oder Einzelfall. Jedoch doppelt so teuer wie vor 10 Jahren kann schon passen. In vielen Fällen weicht man auf Dritthersteller aus, insbesondere für Verschleißteile, dann hält sich das im Rahmen. Viele Ersatzteile wirst du bei einem 1.4 Benziner eh nicht brauchen. Einen guten und fairen Mechaniker zur Hand zu haben oder selber schrauben wäre hilfreich, um vor allem die Arbeitskosten gering zu halten - die überwiegen gegenüber den Ersatzteilkosten. Auf eine Audi-Werkstatt sollte man keinesfalls nach Möglichkeit nicht angewiesen sein.

 

Die Sache mit den NCAP Sternen würde ich nicht so hoch bewerten, wer weiß schon, wie der Up! zu seinen Sternen kam... Vielleicht gibt es in größeren, schwereren und moderneren Fahrzeugen etwas mehr Sicherheit, aber dann dürfte man konsequenterweise auch nicht mehr als Fußgänger unterwegs sein oder mit dem Rad fahren :-) Insgesamt hat sich der A2 in der Praxis auch bei schweren Unfällen extrem bewährt und seine Insassen sehr gut geschützt. Ob z.B. der Up! oder andere Kleinwagen da in der Praxis gleichziehen können, oder gar besser sind, kann ich nicht beurteilen.

 

Auf einen Zeitraum von 5-6 Jahren wüßte ich nicht, warum ein 1.4 Benziner im guten Zustand nicht als Alltagsauto weiterhin zuverlässig und unauffällig seinen Dienst verrichten sollte. Bei 10 Jahren oder darüber wird die Prognose schwierig, ohne eine etwas intensivere Beschäftigung mit der Technik wird es dann wohl nicht mehr gehen.

 

Dein Hauptproblem wird vermutlich sein, einen A2 im technisch guten Zustand zu finden bzw. bewerten zu können, ob der Zustand gut oder schlecht ist. Viele A2, die ich auf Parkplätzen im Vorbeigehen kurz inspiziere, sind in einem eher schlechten Zustand mit erkennbarem Wartungsdefizit.

 

Ein (versteckter) Wartungsstau ist meiner Ansicht nach das größte Risiko, das man heutzutage beim Kauf eines A2 eingeht. Diesen aufzuarbeiten, kann unerwartet zeitaufwendig und teuer werden. 

 

Zusammengesfasst: Augen weit auf beim Gebrauchtwagenkauf, dann kann der 1.4 Benziner auf etliche Jahre hinaus eine sehr gute Wahl sein.

 

 

 

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Danke @Colombia für diese Überlegungen. Und ich habe Fehl geschrieben. Der Mechaniker hat gesagt, dass er erhöhte Preise bis zu 5-6 mal pro Jahr gesehen hat, also immer steigende Preise.

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vor einer Stunde schrieb Colombia:

[...]

Zusammengesfasst: Augen weit auf beim Gebrauchtwagenkauf, dann kann der 1.4 Benziner auf etliche Jahre hinaus eine sehr gute Wahl sein.

Und dabei das Forum im Blick behalten, denn hier werden öfter mal hervorragende Kugeln angeboten.

Den Rest hat Colombia ja bereits ausführlich und tiefgehend erklärt. :)

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Die 1,4 TDI, mit 75PS, würde ich jetzt nicht

ausklammern, wenn in Dänemark die Umwelt-

zonen nicht so grassieren, wie in Deutschland.

Ein gechipter AMF ist recht problemlos, in der

Technik. Sparsam und flott. Von den Fixkosten,

eines Diesel (Steuer/Versicherung), in Dänemark,

habe ich keine Ahnung. Vieleicht gibt es hier

aber Aufklärung, vom Fredsteller.

Unser AMF hat die letzten 25.000Km nur eine

Koppelstange, als Ersatzteil benötigt.

Mein BHC ist allerdings eine Diva....

Die Diesel sind in D deutlich günstiger geworden,

den Umweltzonen sei dank...

 

MfG Chris

 

 

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Ich habe mir die gleiche Frage vor knapp einem Jahr gestellt und mich dann für fen A2 als 1.4 Benziner entschieden. Nach längerer Suche ist es ein BBY (EZ 2/2003) mit ca 110 000 km und frischem TÜV geworden, der bis zuletzt vom Vorbesitzer bei Audi scheckheftgepflegt wurde. Nachweislich wurden einige Sachen gemacht, z.B. Zahnriemen, Domlager, Kennzeichenbeleuchtung Heckklappe, Bremsschläuche. Nach 9,5 Monaten und ca. 8000 km bin ich im Prinzip zufrieden. Wir wagen daher zu viert (2 Erwachsene, 2 Kinder) eine Urlaubsfahrt mit ca. 2000 km - inkl. Dachbox. Vorher gibt es noch eine Inspektion, die hoffentlich keine Überraschungen bringt (TÜV in 1 Jahr fällig).

 

Bei der Suche nach einem A2 habe ich aber auch einige offensichtlich ungepflegte Exemplare gesehen - oder sehr teure Liebhaberexemplare. Ich hatte bei der Suche glücklicherweise keinen Zeitdruck und letztlich meinen in Hamburg gefunden. 

 

Aber natürlich gab und gibt es ein paar Sachen zu tun. 

 

Offenes Problem:

 

- Ölverbrauch ( seit 4000 km ca 0,5 l / 1200 km). Lösung: offen; mal sehen, ob Ölwechsel auf anderes Öl (kein LL) die Sache verbessert. 

 

Einige kleinere Sachen habe ich bisher selber gemacht - wobei nur der Stellmotor akut war. 

 

- Stellmotor Heckklappenschloss ausgetauscht (ca. 16 €)

- Tausch des leicht quietschenden Innenraumgebläses (ca. 80 €)

- Scheibenwischermechanik überholt/gefettet (auf ein neues Gestänge habe ich verzichtet, da nur optisch nicht mehr optimal; kostet neu mittlerweile ca 75 €)

 

Von Werkstatt gemacht:

 

- Frontscheibe neu (520 €)

- Marderschutz (200 €)

 

Es steht an:

 

- Türfeststeller Fahrertür (neu derzeit ca 70 €, Reparatursatz über's Forum deutlich günstiger)

 

Mein bisheriges Fazit: Ich würde den A2 als Alltagsauto wieder kaufen und habe vor, ihn länger zu halten. Für ein endgültiges Fazit ist es bei mir aber noch zu früh.

bearbeitet von pianoman85
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Mein BBY hatte einen enormen Reparaturstau als ich ihn kaufte. Nachdem dieser abgearbeitet ist gibt es noch die ein oder andere Optimierung / Verschönerung.

Mittlerweile sieht das Bild so aus:

 

Bei rund 1.000 beruflichen Kilometern pro Monat bringt er 300 Euro / Monat in die private Schatulle.

Die Kosten für Versicherung/ Steuer / Treib- und Schmierstoffe / Pflege / Wartung / Reparatur liegen im Mittel bei 274 euro pro Monat.

Der Betrieb des Fahrzeugs kostet also nichts - er bringt minimal etwas ein.

Ich kenne kein anderes Fahrzeug zu vergleichbaren Einkaufspreisen mit dem man das schaffen kann.

 

Ein Neues verliert viel Geld, das man entweder als Kapitalabfluss oder als Kapitaldienst (=Leasing- oder Finanzierungsrate) kompensieren muss.

Reale Verbräuche sind nur selten niedriger als bei einem A2. Versicherung kostet meist mehr.

Ein jüngerer Gebrauchter birgt mehr Kostenrisiken als ein A2, weil jüngere Gebrauchte in aller Regel eine weitaus komplexere Technik aufweisen.

Erschwerend kommt hinzu, dass man dann Down-Sizer erhält, deren dauerhafte Haltbarkeit noch nicht endfällig festgestellt ist.

 

Nach anfänglichem Ärger mit meinem BBY ist er mir ein treuer Begleiter geworden, den ich nicht mehr missen möchte.

In der momentanen Diskussion um die Mobilität und angesichts der Vielzahl an Downsizern, deren Haltbarkeit auf Dauer noch nicht endfällig bewiesen ist stellt der A2 BBY für mich ein ideales Fahrzeug dar mit dem man erst mal in Ruhe abwarten kann bevor man vielleicht ne Menge Geld versenkt.

 

 

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Bei einem Audi A2 kann man nicht viel falsch machen. Gut Gepflegte sind teuer, Bastelbuden sind teuer, bis der Reparaturstau aufgearbeitet ist. Alles was sich dreht, geht früher oder später kaputt, nennt sich Verschleiß.

Beim AUA und BBY ist darauf zu achten, den Alumotor nie kalt hochzudrehen. Das führt zum bekannten Klappern der Pleuellager.  Unser BBY, Bj. 2003, gekauft mit 80 000.- Km hat jetzt 140.000.- drauf und klappert nach fünf Jahren munter vor sich hin.

Verbrauch um die 5 l Benzin, Reparaturen Klimakompressor, Radlager, Domlager bds., Stossdämpfer hinten. 

 

Unser ATL, Bj. 2004, 2015 mit Motorschaden gekauft, bekam 2015 einen komplett überholten Motor (€ 3000.-)  bei 322.000.- Km, hat jetz 416.000.- Km drauf.  Klimakompressor und Turbo, wobei der Turbo nach 70.000.- Rennmodus durch mein Söhnchen am Ende war. 

Kompressor hat ich noch auf Lager, Turbo für € 350.- überholt.

Seit 2018 habe ich endlich meine ATL Erdbeere, Bj. 2003, 297.000, gekauft mit Motorschaden. Block war gut, Kopf überholt, Zahnriemen, Ölpumpe, Simplexkette neu. Hat rund € 1000.- gekostet. Selber gemacht.

Die ATL fahren wir zwischen 4,5 l (Papa) und 6,5 l (Söhnchen).

 

Im Gegensatz zu meinen Neufahrzeugen ist der A2 in der Gesamtkostenrechnung ein echtes Schnäppchen. Dazu ein einzigartiges Design, das sich vor Fahrzeugen Modelljahr 2018 nicht verstecken muss.

Als Empfehlung sehe ich den 1.4 TDI AMF und die 1.4 Benziner.

Von den anderen Motoren gibt es einfach zu wenig Exemplare, auch im Gesamtkonzern. Der Aftermarket bietet hier nichts an, die Teile bei Audi sind teuer und werden noch viel teurer.

So kostet der wassergeführte AGR-Kühler beim ATL € 450.- . Den hat der AMF gar nicht. 

OSS wollte ich nicht, es gibt für das OSS einen Nachrüstsatz für ein paar Euro, der die Selbstzerstörung verhindert. Das sind nur zwei Plastikkeile, die das Gleiten erleichtern.

 

 

 

Mein Dienstwagen, ein Opel Zafira Erdgas turbo, EZ 2011 hat in 7 Jahren Fahrzeugkosten von rd. € 48.000.- verursacht:

Anschaffung € 34000.-

Getriebe bei KM 80000.-

Klimakompressor bei 120000.-

Motorschaden bei KM 158000.- 

Vier Erdgasflaschen wg. Rostbefall bei KM 174000.-

Für das Geld hätte ich auch eine Porsche fahren können.

Oder ganz viele A2....,

Nun bestelle ich einen Passat Alltrack , Leasing, 24 Monate und weg damit. 

 

Der A2 ist und bleibt eine Empfehlung, ob aus Kostengründen oder Liebe zum Konzept.

Nachdem ich schon einige Unfall-A2 zerlegt habe, kann ich sagen, dass die Fahrgastzelle des A2 extrem stabil ist, während der Vorbau sehr weich ausgelegt ist. Die auftretende Kraft wird beim überlappenden Aufprall auf die A-Säule und den Schweller geleitet, während der Fussraum nicht einmal Falten zeigt. Das kenne ich bei den modernen Blechbüchsen anders. 

 

Gruß Timmi

 

 

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vor 6 Stunden schrieb Colombia:

Jedoch doppelt so teuer wie vor 10 Jahren kann schon passen.

Normale Preisentwicklung für Ersatzteile am Audi-Tresen, daher nichts A2-spezifisches.

 

 

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Hallo alle. Vielen Dank für Ihre Beiträge. Hört sich gut aus. Jetzt habe ich keine Gründe mehr, mich Sorgen zu machen ...

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Die Preise für A2 Ersatzteile fühlen sich teuer an. Ist halt kein Golf IV, dessen Ersatzteile sehr günstig sind.

Aber guckt euch mal die Preise für spezifische Ersatzteile für Volvo, Franzosen oder den Japanern an. Da fallt ihr vom Glauben ab, oder freut euch auf einmal, dass das Audi A2 Ersatzteil im Vergleich dazu doch recht günstig ist.

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Mein Dank an die, welche im Forum zur Alltagstauglichkeit beigetragen. 

 

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