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gilli

Honda Insight 2010 vs A2 3L

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Hallo allerseits,

 

tja, das wollte ich schon immer mal mit dem Forum teilen und da ich gerade wegen eines Downloads nichts besseres mit meiner Internetverbindung anfangen kann, lege ich los und mache hier so gut ich kann meine (zugegeben subjektive) Gegenüberstellung des Honda Insight (1.3l Einspritzer + Elektromotor, ~100 PS) und dem A2 3L (1.2l TDI, 61 PS):

 

Es war im Herbst dieses Jahres, als ich es dann doch wissen wollte, ob ich beim Abwägen zwischen dem Honda Insight und dem A2 3L die richtige Entscheidung (A2 3L) getroffen hatte.

 

Anders als zum Zeitpunkt meiner Kaufentscheidung ist der Honda Insight inzwischen ja schon auf dem Markt erhältlich. Also gönnte ich mir beim Händler meines Vertrauens diesmal eine Probefahrt.

 

Was mich schon immer am Honda Insight gereizt hatte, war neben dem geringen Verbrauch von 4.6 Litern (dank Hybridantrieb) auch das serienmäßige (und unumgängliche) CVT-Getriebe und natürlich der ganze restliche elektronische Schnick-Schnack, den man bei einer Neubestellung eben zubuchen kann.

 

Der Honda-Insight, den ich fahren durfte, war mit einer Klimaanlage, Regensensor, Lichtautomatik und PDC ausgestattet.

Nach einer kurzen Einführung in die Fahrweise eines Automatik ;) und der sonstigen Bedienung durfte ich dann schon losdüsen.

 

Der ECO-Knopf (ja, wir haben ja auch so einen):

Beim A2 3L ist es so, dass das Auto nach dem Anlassen standardmäßig im ECO-Modus, also mit eingeschränkter Motorleistung, eingeschalteter Start-/Stopp-Automatik und Leerlaufaufautomatik läuft.

 

Beim Honda Insight wird der Zustand, den man zuletzt gewählt hat (ECO an oder aus), für alle weiteren Fahrten einfach gespeichert.

Das find ich gut. Ich fände es schlecht, wenn ich für jede Fahrt die ECO-Funktion einschalten müsste, denn das waren meine Bedenken.

Ähnlich wie bei uns, der ECO-Modus nimmt die Leistung des Motors beim Insight zurück und hilft beim Spritsparen.

 

Start-/Stopp-Automatik:

Natürlich, etwas ausgefeilter als beim A2 3L (eines der ersten Autos mit Abschaltautomatik) muss das jetzt schon sein. Die Klimaanlage ist an, wir stehen an der Ampel, das Auto geht aus. Die Klimaanlage läuft weiter, das verbraucht natürlich viel Strom, also...geht der Motor im Stand wieder an :) Etwas seltsam dieses Auto, aber gut, es tut alles, um zu sparen. Wer jetzt denkt, dass der arme Anlasser bei diesem Auto schon sehr bald den Geist aufgibt, liegt nicht ganz richtig, denn es gibt keinen Anlasser. Der Ottomotor wird mit dem Elektromotor ohne viel Geruckel und zudem noch sehr schnell angelassen, sodass es auch ohne Verzögerung weitergehen kann.

Nutzt man die Klimaanlage nicht, bleibt der Insight natürlich im Stand auch aus, bis man losfahren will. Wieder angelassen wird der Motor wie beim A2, wenn man den Fuß von der Bremse nimmt.

 

 

CVT-Getriebe:

Das CVT-Getriebe ist im deutschen Sprachraum als Stufenlosautomatik bekannt. Manch einer wird sich an die Werbung des A3 erinnern, in jener eine Elvis-Figur an der Windschutzscheibe hängend vergeblich auf den Schaltruck wartet, um darauf hin wackeln und tanzen zu können.

Der Vorteil dieser Technologie ist einerseits Komfort - es wird nämlich gleichmäßig beschleunigt. Und andererseits Effizienz, denn für jedes Tempo gibt es quasi den richtigen Gang. Es gibt aber auch Kritik, dass der Wirkungsgrad nicht immer besonders effizient ist.

Doch aus Sicht der Bequemlichkeit ist es wundervoll. Das Auto beschleunigt, der Motor jault nicht auft, das Auto wird schneller, es gibt keinen Ruck und wir wären bestimmt schon im 12. Gang.

Und dann wäre da ja noch der Kick-Down, den ich ausprobieren wollte. Das gibt es auch hier. Zudem noch mit etwas Hilfe vom Elektromotor. Auf der Autobahn habe ich das Gaspedal bei 100 km/h durchgetreten und dann drehte der Motor auch endlich mal auf, beschleunigte bei hoher Drehzahl das Auto und näherte sich mit dem "Gummiband-Effekt" dem gewünschten Tempo, denn das CVT darf irgendwann eben doch nachziehen.

Ich muss sagen, da kann der Insight im Vergleich zu unserer ruckfreudigen Schaltautomatik punkten.

 

Geräuschkulisse:

Ja, natürlich ist der Insight leiser als ein 3-Zylinder Diesel, besonders wenn er beim Beschleunigen von einem Elektromotor assistiert wird. Aber nicht beeindruckend leise. Erst garnicht für einen Benziner seiner Zeit. Und bei meinem Kick-Down-Versuch konnte ich übrigens auch den Elektromotor im Innenraum surren hören. Also wer würde sich beschweren, es gäbe kein echtes Fahrgefühl mehr, weil man nichts hört? Ich hörte zuviel, es war nicht unangenehm laut, aber es war da. Und das will ich bei einem auto für mindestens 20.000 € nicht unbedingt.

Auch die Lüftung der Klimaanlage ist zu laut für niedrige Stufen. Da ist der A2 aber wirklich besser - meiner subjektiven Meinung nach. Doch dazu mehr im nächsten Punkt:

 

Verarbeitung:

Schade. So ein tolles Auto und dann so ein Fehlgriff im Cockpit-Design. Kennt ihr den Aufdruck auf euren Matchboxautos oder die Sticker mit "coolem Schriftzug", die man sich selbst aufkleben konnte? So ist der Insight im Cockpit, leider. Mein Audi von 2001 wirkt soviel edler als der Insight von 2009 mit all den tollen Info-Displays und den Schaltern.

Auf dem ersten Blick wirkt es vielleicht noch positiv-futuristisch. Ich muss zugeben, ich stehe wahnsinnig auf Digitaltachos (okay, für die genauen: Tachos mit Digitalanzeige). Zudem wird beim Insight die ökonomische Fahrweise mit unterschiedlichen Hintergrundfarben signalisiert. Auch das Display vom Board-Computer weckt Aufmerksamkeit mit anschaulichen Symbolen und Animationen. Vielen Dank für die Blumen. Etwas kitschig, aber eigentlich noch okay - in einem Modus zeigt das Display Blumen an, deren Anzahl und Blätter noch einmal die ökonomische Fahrweise representieren. Also eigentlich reicht mir da der Momentanverbrauch. Aber dann ist doch wirklich in der Mitte auf einem Stück transparentem Plastik mit kursivem Aufdruck "IMA - Integrated Motor Assist". Was soll ich damit? Wäre das nicht da, würde das Auto gleich viel seriöser und hochwertiger wirken.

Darf ich nochmal zur Klimaanlage zurückkommen? Das ist schon das zweite moderne Fahrzeug, bei dem mir auffällt, dass die Klimaanlage die Lüftung nicht wie im Audi automatisch regelt, obwohl es im Auto-Modus ist. Gut, ich räume ein, so eine Probefahrt bietet begrenzte Zeit, also kann es auch sein, dass ich da etwas übersehen habe.

 

Platz / Raum:

Viel, wirklich viel. Kann man nicht anders sagen. Mir fehlt es im A2 schon nicht mehr an Platz aber der Honda Insight bietet da nochmals mehr. Ist wirklich eine große Limbousine. Und die Größe ist für mich gleichzeitig ein Manko. So groß muss es garnicht sein. Ich fühle mich mit dem A2 eigentlich noch ganz wendig.

Der Insight bietet dafür PDC, vielleicht gleicht das dann eventuelle Probleme aus.

 

Verbrauch:

Mit 4,6 Litern im Drittelmix ist der angegeben. Unmöglich ist das nicht. Aber es erfordert wirklich Mühe. Lange fahren konnte ich das Auto nicht, um meine Fahrweise ihm anzupassen. Also musste ich meine Erfahrungen vom eigenen A2 3L anwenden. Eine Leerlaufautomatik gibt es hier nicht (diese exotische Funktion hätte ich auch nicht erwartet). Aber die Schubabschaltung kann man dann eben umso öfter nutzen. Beim Bremsen lädt der Insight zudem noch seine NiMH-Batterien auf. Und wenn man brav gleichmäßig und sanft beschleunigt, dann schlägt der Verbrauch auch nicht in die Höhe. Für jedes bisschen zuviel Gas wird man aber sofort bestraft. Ich meine jetzt nicht mit den welckenden Blümchen. Der Durchschnittsverbrauch steigt enorm in die Höhe (typisch Benziner eben). Ich hatte den Verbrauch des Insight auf meiner ca. 50 km-Tour auf 4.7 Litern trimmen können. Als ich aber Leistung aberufen habe, ging der Verbrauch rauf auf 5.8 Liter/100km und ich konnte mich nur mit Mühe über eine lange Strecke wieder meinem alten, errungenen Verbrauch nähern. Bei 4.8 Litern war meine Probefahrt aber auch schon zu Ende. Wozu ist der Elektromotor eigentlich dann noch da, wenn beim Beschleunigen der Verbrauch so sehr steigt? Okay, ich übertreibe. Bei einem Benziner den Verbrauch auf <5 Liter zu senken, ist schon eine Kunst für sich.

Besser hatten die Honda-Entwickler das beim ersten Insight (1999) geschafft, das war nämlich ein 3-Liter-Auto, auch ein Hybridmotor, auch ein Benziner. Allerdings ein Zweisitzer und mit Alukarosse.

 

Ich bin froh, dass ich in meinem vollwertigen Auto sowohl die Alukarosse, den geringen, ehrlichen Verbrauch, als auch eine Menge Komfort habe, wenngleich ich nicht alles haben kann. Für mich war die Probefahrt letzlich eine Bestätigung meiner Kaufentscheidung. Wäre ich in USA, wo ich Schwierigkeiten hätte, Diesel tanken zu können und überhaupt einen A2 3L zu pflegen, dann würde ich wohl gerne den Honda Insight fahren.

 

Soviel zu meinem subjektiven Vergleich.

 

Gruß,

Gilzad

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Hi Gilzad,

 

ich habe Deinen Bericht mit Spannung gelesen. Nicht, weil ich auch mit dem Honda liebgeäugelt habe, sondern weil mich generell Alternativen beschäftigen und ich - wie Du - immer wieder überrascht bin, wie aktuell doch so ein altes Auto wie der A2 sein kann. In meinem gesamten Bekannten- und Verwandtenkreis war man der festen Überzeugung, ich hätte mir in diesem Jahr einen neuen A2 gekauft. Danke an Audi für dieses zeitlose Auto!

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Diese (Mild-)Hybrid sind besonders effektiv auf Kurzstrecke und Stadtverkehr, wo man nach Möglichkeit das Auto gar nicht nehmen sollte...

Auf Langstrecke taugt das Konzept gar nicht, für mich, als 1,2-Fahrer stellt der Honda nicht im Ansatz eine Alternative dar.

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Meinen Höherverbrauch hole ich mir regelmäßig in der Stadt ab. Da wäre ein Hybrid eine echte Hilfe. Früher habe ich im Auto geschimpft, weil es nicht schnell genug in der Stadt voranging, jetzt beschleunigt sich mein Puls, wenn es nicht gleichmäßig genug geht.

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Danke, Bluefake. Ich werde auch oft um mein 8 Jahre alten Neuwagen beneidet. ;)

 

olisch, der Insight ist auch auf der Autobahn in der Lage, seine Batterien durch die Drehzahl aufzuladen, um da ebenfalls die Energie zum Beschleunigen abzurufen. Allerdings sind dann unsere gewöhnlichen Benziner (Blick auf Bluefake's Verbrauch) immernoch eine ernst zu nehmende Konkurrenz für ihn. Vom 1.2 TDI ganz zu schweigen.

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