akanamu

Abgaswerte reell gemessen am A2 1,4 TDI ?

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akanamu   

Hallo,

hat schon mal jemand die Abgaswerte reell (also am Auspuff) messen lassen?

Die "echten" Werte, also nicht die von der OBD ausgelesenen würden mich mal interessieren, auch im Vergleich zu den aktuellen Abgasnormen.

In einem alten Testbericht von 2002 stand drin, daß der A2 "modernste" Abgastechnik hatte.

und jetzt soll das was als so gut gepriesen wurde inzwischen alles sooo schlecht sein?

 

Ich bin immer noch der Meinung, daß ein Auto welches 4l verbraucht

absolut weniger Schadstoffe ausstösst als neuere mit 6-8l Verbrauch.

Liege ich da falsch?

 

Danke und schöne Grüße

akanamu

 

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Hi

Ja, dabei liegst du falsch, die enstehenden Rohemissionen stehen nicht im direkten Zusammenhang mit dem Kraftstoffverbrauch, sondern der Güte der Verbrennung.

Dabei gibt es beim Diesel eine klassische Trade-Off Situation zwischen HC,CO,PM und NOx.

Ein Saugrohr-Benziner mit 3-Wege Katalysator hat beispielsweise einen recht hohen CO2 Ausstoß (und damit auch einen hohen Kraftstoffverbrauch), jedoch sehr geringe Emissionwerte in Bezug auf Stickoxide, HC und CO.

 

Ich behaupte ganz fest, das hier absolut niemand die reellen Abgaswerte bei seinem Fahrzeug gemessen hat, da so ein Prüflauf gute 800-1200€ kostet und sich niemand sowas freiwillig antut.

Modernste "Abgastechnik" hat ein A2 TDI im Vergleich zu heutigen Fahrzeugen allerdings wirklich nicht. Es gibt kein LP AGR und selbst die HP AGR ist nur beim ATL und BHC wassergekühlt. AMFs haben lediglich eine sehr simple ungekühlte Abgasrückführung und aus diesem Grund auch lediglich Euro 3.

Nichtsdestotrotz sind auch der ATL/BHC nicht modern. Dafür fehlen viele moderne Raffinessen. 

Nicht einmal ein geregleter Dieselpartikelfilter ist vorhanden und nein, die Nachrüst DPFs sind nicht annähernd so effektiv.

Die 75PS TDIs verfügen auch lediglich über einen Wastegate Lader, der vor allem bei transienten Lastzuständen suboptimal ist. Eine Einrichtung zur Speicherung/Reinigung von Stickoxiden fehlt auch gänzlich und ist mit dem EDC15 ebenso wenig möglich, wie ein geregelter DPF.

 

Also ja, im Jahr 2002 war ein BHC 1.4 TDI gar nicht mal so schlecht aufgestellt, aber im Jahr 2017 kann man definitiv nicht mehr davon sprechen.

 

Gruß

David

bearbeitet von biohaufen
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A2-D2   

Ich fragte mich schon vor der aktuellen Dieseldiskussion wie wohl die TDI-Fahrer mit verbrauchsoptimierten Steuergeräten über diese Trade-Off Situation denken? Ob ich arg daneben liege wenn ich behaupte, dass sich die meisten davon über ausländische LKW-Fahrer mit diversen Abschaltvorrichtungen in ihren Trucks nicht freuen?

 

Grundsätzlich bin ich voll für Effizienz. Jeder eingesparte Liter hat Vorteile. Diese Einsparung bringt aber wenig, wenn man das Problem nur auf andere Bereiche verschiebt.

 

Nebenbei: Neu zugelassene Benziner sind in fast allen Fällen Direkteinspritzer. Was bisher in der Breite wohl nicht so bekannt ist: Benzin-Direkteinspritzer erzeugen bei der Verbrennung nicht nur diverse Gase wie NOx, sondern auch Feinstaub - und zwar um den Faktor 1000 mehr Partikel als beim Diesel. Kleinere Partikel noch dazu.  Das geht voll in die Lunge und ungehindert in den Blutkreislauf. Kaum eines dieser Direkteinspritzer hat Partikelfiltersysteme an Bord. Das soll wohl erst jetzt geschehen.

Quelle: https://www.heise.de/autos/artikel/Partikelfilter-fuer-Ottomotoren-3658551.html

 

Benzin-Saugrohreinspritzer haben diese Probleme nicht. Dafür pusten sie halt wie schon gesagt mehr CO2 in die Luft.

 

Letztendlich kann man dieses Thema gar nicht sachlich disktuieren, es ist viel zu emotional und verbrannt. Völlig egal obs die Dieselbeführworter oder Gegner sind, die Ökos die nur Fahrrad fahren oder die Anhänger der E-Fraktion. Irgendeine Fraktion unterstellt der anderen irgendwelche Dinge und es eskaliert meistens doch.
 

 

 

 

 

 

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akanamu   

vielen Dank für die fundierten Antworten!

 

Mir ging es eigentlich auch darum ob ich ein schlechtes Gewissen haben muss wenn ich mit meinem A2 weiterfahren möchte,

oder ob ich mir wirklich einen neuen Wagen kaufen sollte.

 

die wirklichen Werte würden mich schon interessieren, damit wären dann z.b. solche Aussagen möglich wie:

wenn ich 10tkm pro Jahr mit meinem A2 fahre, und ein Vertreter z.B. 60tkm pro Jahr mit einem aktuellen Auto

dann wäre es ja möglich daß der Vertreter zwar relativ weniger Abgase produziert , aber doch absolut mehr wegen der größeren Fahrleistung.

Ich würde das Ganze ja auch irgendwie auf die KM Leistung pro Jahr sehen/rechnen wollen.

 

 

Aber anscheinend ist das alles doch nicht so einfach zu beantworten,

zumal ja anscheinend auch bei den offiziellen Werten der aktuellen Fahrzeuge mächtig geschummelt wurde, zum Teil ja um Faktor 10.

 

Also wie muss ich meinen A2 jetzt bewerten? Stößt der jetzt z.B. 6x mehr  Schadstoffe auf 100km aus als aktuelle Autos oder wie ist der Faktor ungefähr?

Kann man wahrscheinlich nicht so pauschal beantworten...

 

Eine Frage noch: früher vor den Zeiten der OBD wurde doch auch am direkt am Auspuff gemessen? Ist das jetzt wirklich so teuer?

 

bearbeitet von akanamu
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A2-D2   

Was bei der AU alle zwei Jahre gemessen wird ist ein Witz gegen das, was an einem Auto im Labor auf dem Prüfstand gemessen wird um ihm eine Typzulassung zu ermöglichen oder gegen das, was aktuell für ein Aufwand betrieben wird, um die Fahrzeuge im realen Straßenverkehr zu messen. Die diversen Stickoxide und detaillierte Rußmessungen werden bei der AU nicht durchgeführt. Beim Benziner wird meine ich nur der Lambdawert und CO2 gemessen. Beim Diesel ist es glaub ich CO2 und in gewissem Maße die Partikelgröße oder so.

 

Die Frage die du stellst kann man nicht beantworten. Nicht mal in Zahlen fassen.

 

Zum einen müsste man wissen, was ein fabrikneuer A2 emittieren würde. Diese Daten sind öffentlich nicht verfügbar - maximal dem Hersteller bekannt. Interessant wäre in Anbetracht der aktuellen Diskussionen rund um den Diesel nicht nur was die Werte nach damaligem EURO3/4 Prüfzyklus ergeben haben. Viel interessanter wären die Werte eines neuen A2 und zwar so gemessen, wie sie heute bei einer Prüffahrt auf der Straße gemessen werden. Ich bezweifle, dass eines von beidem früher ernsthaft jemand unabhängiges gemessen hat.

 

Zum anderen müsste man den EURO3/4 Prüfzyklus und Messfahrten auf der Straße mit einem gealterten A2 fahren. Wenn du das Geld für eine Labormessung nach EUR3/4 ausgeben willst (meinen Infos nach ab etwa 800EUR/Prüfung) nenne ich dir gerne Abgaslabore bei denen du das messen lassen kannst. Irgend einen Faktor in den Raum zu stellen hilft nichts - da kannst genauso gut Kaffeesa.. äh Rußwolken lesen gehen. :)

 

Generell ist es aber so, dass die Technik mit jedem Kilometer altert und damit eine natürliche Verschlechterung der Werte zu erwarten ist. Die Abgasnormen gehen auf die Alterung sogar ein. Ein Hersteller der mehr als 2500Modelle von einem Fahrzeugtyp bauen will muss nachweisen, dass die Produkte auch noch nach x Kilometern der entsprechenden Abgasnorm entspricht. Ein riesiger Aufwand für die Hersteller. Sie schicken für diese Homologation 0-Serien-Fahrzeuge mit Testfahrern raus um Kilometer auf die Fahrzeuge zu bekommen. Das heißt mit entsprechenden Abschlägen darf ein Auto mit zunehmender Laufleistung in der Abgasreinigung nachlassen. Ich weiß gerade die Kilometerzahl nicht, bis zu der das nachgewiesen werden muss aber ich meine, dass die Fahrzeuge so bis etwa 100.000km getestet werden. Das heißt, Fahrzeuge die mehr Kilometer haben könnte man an keinen Maßstab mehr anlegen. Es ist aber davon auszugehen, dass die Technik trotz vieler Kilometer dennoch ausreichend gut funktioniert - sonst würden sie auch bei der relativ laschen AU durchfallen. Darüber hinaus gibts noch die Eigendiagnose in der Motorelektronik. Diese überwacht in einem gewissen Maße selbst die wichtigsten Parameter um sicherzustellen, dass die Abgaswerte nicht davon driften und im Rahmen bleiben.

 

Ein weiterer Faktor ist der Treibstoff. Im Labor wird ein genormter Treibstoff getankt. Den wirst du heute auch nur noch dort finden. Der Treibstoff in der Tanke hat schon lange nicht mehr die Spezifikationen wie er zu Zeiten von EURO3/4 üblich war. Heute wird Ethanol und Biodiesel beigemischt.

 

Wenn du also dein Fahrzeug in ein Labor stellen würdest kommt es auf einige Faktoren an, die bei jedem Fahrzeug unterschiedlich sein können. Einige Beispiele wie Kilometerleistung und Alterung von Komponenten habe ich bereits genannt. Es hängt aber von vielen weiteren ab, z.B. ob du ein Fahrzeug von einem Sparfuchs misst dessen Katalysator kaum durchgeblasen wird oder ob du ein Langstreckenfahrzeug nimmst, welches immer schön durchgeblasen wird. So oder so, man müsste einige Fahrzeuge messen um einen Überblick zu bekommen, wie gut die A2 heute noch dastehen.

 

 

 

 

 

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zinn2003   
vor 9 Stunden schrieb A2-D2:

Zum anderen müsste man den EURO3/4 Prüfzyklus und Messfahrten auf der Straße mit einem gealterten A2 fahren. Wenn du das Geld für eine Labormessung nach EUR3/4 ausgeben willst (meinen Infos nach ab etwa 800EUR/Prüfung) nenne ich dir gerne Abgaslabore bei denen du das messen lassen kannst. Irgend einen Faktor in den Raum zu stellen hilft nichts - da kannst genauso gut Kaffeesa.. äh Rußwolken lesen gehen. :)

Wäre das nicht was, was wir als Club mal machen könnten?

An der Kosten für eine Fahrt mit dem 1.2 würde ich mich beteiligen. Ob man nun wirklich gleich viele messen muss? Für eine grobe Orientierung sollte doch erstmal ein gepflegtes originales Auto reichen.

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a2diesel   
Am 15.8.2017 um 19:38 schrieb akanamu:

Mir ging es eigentlich auch darum ob ich ein schlechtes Gewissen haben muss wenn ich mit meinem A2 weiterfahren möchte,

oder ob ich mir wirklich einen neuen Wagen kaufen sollte.

 

 

Hallo akanamu,

Du überlegst ernsthaft, ein Neufahrzeug zu kaufen, weil Dein A2 etwas mehr Schadstoffe ausstößt als ein Neuwagen? Dann halte Dir mal vor Augen, wie viel Schadstoffe bei der Herstellung eines Neufahrzeugs anfallen und wieviel Ressourcen dabei verbraucht werden. Daran gemessen ist es ökologisch bei Weitem sinnvoller, ein altes Auto weiterzufahren!

Entscheidend ist die Ökobilanz, nicht nur die direkten Emissionen im Betrieb.

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