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1.6 FSI - Zahnriemenproblem


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Hallo zusammen,

 

nach einigen anderen Problemen - die sich aber zum Glück durch Lesen hier im Forum (großes Lob - ein geniales "Nachschlagewerk") oder im Wiki (Lob analog :) ) beheben ließen, hat es mich gestern abend leider etwas unangenehmer erwischt.

 

Folgendes ist passiert - ich war mit meiner Kugel (1.6 FSI mit ca. 120Tkm unterwegs von der Arbeit nach Hause als er auf der Landstraße bei ca. Tempo 60 beim leichten Beschleunigung auf einmal sehr laut wurde aus dem Motorraum ohne merklichen Geschwindigkeitsgewinn.

 

Die restlichen 20 km nach Hause hat er dann auch noch geschafft aber mit selbem Verhalten. Ein Blick in den Motorraum brachte beim Zahnriemen angehängte Bilder zu Tage.

 

Nun meine Frage - was ist hier "schlimmstenfalls" passiert?

Ich habe den Wagen vor ca. 2 Jahren übernommen (bis dahin mit 80.000 km scheckheftgepflegt). Zahnriemen wurde zumindest soweit mir ersichtlich noch nie gewechselt.

 

Ich habe definitiv keine 2 linken Hände weiß allerdings nicht ob ich mich hier wirklich rantraue.

 

Vielen Dank für zahlreiche Tipps und Antworten - bis dahin bleibt die Kugel erstmal auf dem Parkplatz stehen (laufen würde er allerdings noch).

 

Gruß

Ice

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Um weitere Schäden zu vermeiden würde ich ihn keinesfalls wieder starten. Der Zahnriemen hat ein paar Zähne übersprungen und nun haben die Ventile Kontakt mit den Kolben gehabt. 120tkm ohne Zahnriemenwechsel ist ein sehr hohes Risiko. Man sieht ihm sein Alter aber auch schon an.

 

Für die weitere Vorgehensweise werden sich auch gleich Motorenexperten melden. Um eine(n) Zylinderkopfrevision/-tausch kommst du wahrscheinlich nicht umhin. Nur mit einem Zahnriementausch ist es leider nicht getan.

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Oha. phoebus hats schon gesagt - wahrscheinlich hats da eine Rolle zerlegt.

 

Wenn du es noch nach Hause geschafft hast ist die Chance gut, dass nur der ZR gewechselt werden muss.

 

Wenn du willst schreib mir mal eine PN mit deiner Emailadresse und wo du genau wohnst. Vielleicht schaff ich es mal für eine Diagnose / Kompressionstest vorbei zu kommen.

 

Bist du auf das Auto angewiesen?

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Das sieht genau nach dem aus, was wir vermutet haben. Da hats die Umlenkrolle zerbröselt. Auf dem zylindrischen Teil welches da zu sehen ist, ist eigentlich eine Rolle über die der Zahnriemen läuft.

 

Wenn du jetzt einen Kurbelwellengegenhalter hättest, könntest du auch gleich ein neues Zahnriemenkit samt Wasserpumpe besorgen und einen neuen Riemen auflegen. Ich bin mir sicher, der Motor läuft noch - sonst wärst du bei verbogenen Ventilen meiner Meinung nach nicht nach Hause gekommen.

 

Ohne dieses Werkzeug lässt sich leider die Zentralschraube vom Kurbelwellenrad nicht so leicht lösen. Wenn man mit Kupplung, Gang und Bremse arbeitet läuft man Gefahr, Kupplung, Getriebe oder sonstige Dinge im Antriebsstrang zu beschädigen. Der Antriebsstrang bzw. dessen Komponenten sind nur für ca. 200Nm ausgelegt - diesen Wert kann man an dieser Zentralschraube schnell mal knacken...

 

Bei einem Motor mit aufgelegtem Zahnriemen kann man beim durchdrehen schon spüren, ob die Zylinder in etwa gleich viel Kompression/Widerstand aufbauen. Bei einem Motor ohne Zahnriemenantrieb ist das aber schwierig, weil sich die Ventile nicht öffnen und schließen.

 

Es gäbe noch ein andere Methoden wie man annäherungsweise feststellen könnte, ob der Motor noch gleichmäßig viel Kompression aufbaut. Ist zwar alles ein bisschen Jugend Forscht, aber wenn man kein Spezialwerkzeug zur Verfügung hat muss man eben gucken wo man bleibt. Alles was man braucht ist ein Drehmomentschlüssel. Wenn du einen Drehmomentschlüssel hast versuch folgendes: Alle Zündkerzen raus drehen.

 

1. Den ersten Zylinder auf UT drehen (ich hab dir per PN den Link geschickt wie das geht), dann den Stab aus dem Zylinder nehmen und in den anderen Zylinder stellen der auf UT steht (spart Zeit bei mehreren Durchläufen).

2. Jetzt die Zündkerze in den ersten Zylinder eindrehen - der Brennraum ist nun idealerweise dicht, wenn alle Einlass- und Auslassventile in Ordnung sind und wenn die Nockenwellen günstig stehen*.

3. Nun stellst du den Drehmomentschlüssel ein (z.B. auf 30Nm) und drehst mit diesem den Motor durch.

-> Wenn der Drehmomentschlüssel auslöst bevor der Widerstand von der Kompression nachlässt wiederholst du die Messung und beginnst bei Punkt 1. Den Drehmomentschlüssel drehst du dann im zweiten Durchlauf etwas strammer (z.B. auf 40Nm).

-> Wenn der Drehmomentschlüssel nicht auslöst bevor der Widerstand von der Kompression nachlässt widerholst du die Messung und beginnst bei Punkt 1. Den Drehmomentschlüssel drehst du dann im zweiten Durchlauf etwas lascher (z.B. auf 20Nm).

 

Diese Messung widerholst du, bis du auf dem Drehmomentschlüssel den Wert hast der notwendig ist, um den Peak der Kompression zu erreichen. Wenn möglich immer mit der gleichen Geschwindigkeit an der Kurbelwelle drehen. Die Werte notierst du für jeden Zylinder und zum Schluss kannst du annäherungsweise vergleichen, wie sehr die Werte auseinander liegen und ob jeder Zylinder noch ähnlich viel Kompression aufbaut.

 

*Sollte bei einem Zylinder keine Kompression spürbar sein, kann es sein dass bei diesem Zylinder die Nockenwellen so stehen, dass sie die Ventile offen halten. In dem Fall die Nockenwellen etwas weiter drehen um die Ventile zu schließen.

Edited by A2-D2
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Hallo zusammen,

 

er läuft wieder - Zahnriemen + Rolle getauscht, Wasserpumpe war auch fest.. Bin für alle Ersatzteile insgesamt bei ca. 350 € gelandet - keine Ahnung ob das günstiger gegangen wäre aber jetzt läuft der Kleine wieder.

 

Habe alles auf OT gestellt - die kompletten Kleinteile der Umlenkrolle rausgesammelt und dann den neuen Riemen drauf - läuft wieder :)

 

Vielen Dank an alle sowie vor allem A2-D2 für die ausführliche Anleitung und Hilfe!!

 

/Edit: Ist das kurze "Nageln" (2-3 Sekunden nach dem Kaltstart) beim FSI eigentlich normal?

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Hat das nicht was mit der Nockenwellenverstellung zu tun? Meines Wissens (und eigenen Versuchen) stellt diese sich erst zurück, wenn man im Leerlauf vor dem Abschalten des Motor gute 20-30 Sekunden wartet.

Beim nächsten Start gibt's keine Identitätsverwirrung des Motors zum Diesel :)

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Ich glaub auch, dass das Nageln der FSI-Motoren beim Motorstart von der variablen Nockenwellenverstellung kommt. Wären es die Hydros, müssten auch Motoren mit Hydrostößeln aber ohne VaNos beim Motorstart nageln. Tun sie aber nicht. Sie tickern nur unterunterbrochen sobald der Motor läuft.

 

Freut mich, dass der FSI mit dem ZR-Schaden wieder läuft.

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