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Pyro_loe

Neues Buch: A2 Meilenstein und Kultobjekt

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"Der Audi A2 war seiner Zeit schlichtweg voraus." steht im Vorwort des Buchs. Im Zusammenhang mit dem A2 ist das so eine regelmäßig genannte Floskel, man kann sie nur noch als Plattitüde einordnen. Nervt mich schon länger :-)

 

Mit was war der A2 eigentlich seiner Zeit voraus?

 

Wenn etwas seiner Zeit voraus war, heißt das doch letztlich, eine Idee oder ein Konzept hat sich später doch noch durchgesetzt und als richtig erwiesen, obwohl dieses Konzept zu seiner ursprünglichen Zeit keine Anerkennung fand.

 

Diese "späte Anerkennung" finde ich nirgends, außer in Liebhaberkreisen des A2 - und die fanden ihn meistens schon am Anfang gut.

 

Konzept "vernünftiger, hochpraktikabler Kleinwagen": Fehlanzeige. Größer, viel mehr Gewicht, viel mehr Leistung wurde Realität auf dem PKW Markt. Die Effizienzfortschritte bei der Motorentechnik gingen nicht in Richtung "weniger Verbrauch", sondern wurden verwendet um größere /leistungsstärkere Autos zu bauen, bei in etwa gleichem (praktisch sogar erhöhtem) Verbrauch wie zuvor. Das geniale variable Raumkonzept des A2: wurde auch nicht in nachfolgenden Fahrzeugen übernommen oder weiterentwickelt, man hat die Karrn einfach größer gebaut.

 

Konzept "3l-Motor": Fehlanzeige. Wurde nicht weiterentwickelt, obwohl der ANY eine der ganz wenigen wirklichen Innovationen beim A2 war. Die 1l (Hubraum) 3 Zylinder Motoren in heutigen Kleinwagen erscheinen eher wie ein Feigenblatt-Entwurf, um den theoretischen Flottenverbrauch runterzuschrauben um die politischen Vorgaben zu erfüllen. Die übrigen Motorentypen AUA/BBY, AMF/BHC, ATL, BAD: VW-Baukasten ohne Innovation und nur mit geringen Modifikationen, die gegenüber den Polo-Motoren praktisch keine Vorteile haben.

 

Apropos Innovation: der ANY und der AMF hatten werkseitig nichtmal die EUR4 Einstufung (grüne Plakette). Das sollte "seiner Zeit voraus" sein? Anstatt seinen Kunden zu helfen, die Umschlüsselung / die grüne Plakette zu bekommen, hat Audi nichts dazu beigetragen. Man durfte sich selber mit dem TÜV rumschlagen...

 

Konzept "Nachhaltigkeit (d.h. Langlebigkeit des Autos / Alu-Karosse)": Fehlanzeige, hat sich aus verschiedenen Gründen ebenfalls nicht durchgesetzt. Der Durchschnittskonsument ist letztlich nach wie vor nicht daran interessiert, ein Auto mehr als max. 6-8 Jahre zu fahren. Die Hersteller auch nicht. 

 

Die Liste könnte man noch erheblich fortsetzen. Jedenfalls kann ich beim besten Willen nicht erkennen, wo der A2 seiner Zeit voraus war.

 

Der richtige Slogan würde lauten: "Der A2 wurde seiner Zeit grottenschlecht vermarktet, vermutlich weil aus verschiedenen Gründen Audi selbst am wenigsten Interesse an ihm hatte."

 

 

  • Daumen hoch. 4
  • Danke! 1

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Wie wahr.
Aber:

Zitat

Der A2 wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gewesen, wenn man den damit begonnenen Weg weiter verfolgt hätte.

klingt halt nicht so griffig.

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Womit er seiner Zeit voraus war? Gut verarbeitete, potentiell edel ausgestattete, hochpreisige Klein(st)wagen wurden erst kurz später salonfähig: Mini, Adam, A1...

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Audi A2, gestellte Weichen:

- 5-türige Karosse (s. i3, Bolt, Leaf, Z.O.E. etc.)

- kompakte Abmessungen (L/B)

- Zeitloser Design (weder Ecken noch Kanten)

- Leichtbau, geringes Leergewicht

- Neue Materialien (muss nicht unbedingt Alu sein)

- Crashsicherheit (Seiten- bzw. Kopfairbags)

- Aerodynamik

- Downsizing (1.2TDI)

- Effizienter Antrieb, Hybridisierung (Segeln, ECO, ASG, Start-Stopp)

- Wartungsfreundlichkeit (s. E-Autos)

 

@Colombia

 

was hat bitte die Umschlüsselung auf Euro 4 mit dem Fzg-Konzept zu tun? <facepalm>

bearbeitet von Bala_de_plata

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Am 14.6.2018 um 07:18 schrieb Colombia:

"Der Audi A2 war seiner Zeit schlichtweg voraus." steht im Vorwort des Buchs. Im Zusammenhang mit dem A2 ist das so eine regelmäßig genannte Floskel, man kann sie nur noch als Plattitüde einordnen. Nervt mich schon länger :-)

 

Mit was war der A2 eigentlich seiner Zeit voraus?

 

Wenn etwas seiner Zeit voraus war, heißt das doch letztlich, eine Idee oder ein Konzept hat sich später doch noch durchgesetzt und als richtig erwiesen, obwohl dieses Konzept zu seiner ursprünglichen Zeit keine Anerkennung fand.

 

Diese "späte Anerkennung" finde ich nirgends, außer in Liebhaberkreisen des A2 - und die fanden ihn meistens schon am Anfang gut.

 

Konzept "vernünftiger, hochpraktikabler Kleinwagen": Fehlanzeige. Größer, viel mehr Gewicht, viel mehr Leistung wurde Realität auf dem PKW Markt. Die Effizienzfortschritte bei der Motorentechnik gingen nicht in Richtung "weniger Verbrauch", sondern wurden verwendet um größere /leistungsstärkere Autos zu bauen, bei in etwa gleichem (praktisch sogar erhöhtem) Verbrauch wie zuvor. Das geniale variable Raumkonzept des A2: wurde auch nicht in nachfolgenden Fahrzeugen übernommen oder weiterentwickelt, man hat die Karrn einfach größer gebaut.

 

Konzept "3l-Motor": Fehlanzeige. Wurde nicht weiterentwickelt, obwohl der ANY eine der ganz wenigen wirklichen Innovationen beim A2 war. Die 1l (Hubraum) 3 Zylinder Motoren in heutigen Kleinwagen erscheinen eher wie ein Feigenblatt-Entwurf, um den theoretischen Flottenverbrauch runterzuschrauben um die politischen Vorgaben zu erfüllen. Die übrigen Motorentypen AUA/BBY, AMF/BHC, ATL, BAD: VW-Baukasten ohne Innovation und nur mit geringen Modifikationen, die gegenüber den Polo-Motoren praktisch keine Vorteile haben.

 

Apropos Innovation: der ANY und der AMF hatten werkseitig nichtmal die EUR4 Einstufung (grüne Plakette). Das sollte "seiner Zeit voraus" sein? Anstatt seinen Kunden zu helfen, die Umschlüsselung / die grüne Plakette zu bekommen, hat Audi nichts dazu beigetragen. Man durfte sich selber mit dem TÜV rumschlagen...

 

Konzept "Nachhaltigkeit (d.h. Langlebigkeit des Autos / Alu-Karosse)": Fehlanzeige, hat sich aus verschiedenen Gründen ebenfalls nicht durchgesetzt. Der Durchschnittskonsument ist letztlich nach wie vor nicht daran interessiert, ein Auto mehr als max. 6-8 Jahre zu fahren. Die Hersteller auch nicht. 

 

Die Liste könnte man noch erheblich fortsetzen. Jedenfalls kann ich beim besten Willen nicht erkennen, wo der A2 seiner Zeit voraus war.

 

Der richtige Slogan würde lauten: "Der A2 wurde seiner Zeit grottenschlecht vermarktet, vermutlich weil aus verschiedenen Gründen Audi selbst am wenigsten Interesse an ihm hatte."

 

 

Nur weil sich das Konzept nicht durchgesetzt hat, heisst es nicht das er seiner Zeit "nicht"vorraus war.

 

Die Behauptungen sind in meinen Augen verständlich und ich kann das ganze gut nachvolziehen was du meinst.

 

Allerdings denke ich war er seiner Zeit vorraus, aus dem einfachen Grund: Der A2 war effizient. Vergleiche wie A2 gegen Golf zeigen doch das er von damals noch heute mithalten kann. Und mit mithalten meine ich nicht nur das er sparsam ist, sondern auch langlebig. Vergleiche zb einen Opel Meriva mit dem A2. Der A2 wird ihn "überleben" Aufgrund dessen das er nicht rostet. 

 

Aber das sind ja alles Argumente die ja bekannt sind.

 

 

 

 

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Am 14.6.2018 um 07:18 schrieb Colombia:

Wenn etwas seiner Zeit voraus war, heißt das doch letztlich, eine Idee oder ein Konzept hat sich später doch noch durchgesetzt und als richtig erwiesen, obwohl dieses Konzept zu seiner ursprünglichen Zeit keine Anerkennung fand.

 

Diese "späte Anerkennung" finde ich nirgends...

 

Nun ja, wer weiß? Vielleicht wird der A2 diese späte Anerkennung ja noch erfahren? ;)

 

Davon abgesehen, bin ich ich wie einige andere durchaus der Meinung, dass der A2 seiner Zeit voraus war:

  • Das Fahrzeugkonzept (Leichtbau) war innovativ und eignete sich hervorragend als Basis einer möglichst energieeffizienten Fortbewegung. Es ist nicht dem A2 anzulasten, dass die Zeit für ihn wohl nicht "reif" genug war und die Leute lieber Prollkisten und "Nuttenpanzer" (SUVs...) kaufen wollten, weil die Spritpreise moderat sind / waren, der Zwang zum Enerigesparen nicht vorhanden war und der Gedanke, sich selbst über das auf der Straße stehende automobile Gefährt zu identifizieren und zu profilieren, einfach nicht aus dem Köpfen der automobilen Welt heraus zu bekommen ist (Ausnahmen bestätigen bekanntermaßen die Regel). Fragt man selbst heute die automobile Welt nach dem "Drei-Liter-Auto", denken die meisten sicher immer noch nur an Hubraum statt an Brennstoffverbrauch. :S
  • Der A2 ist ein Beitrag zur Ressourcenschonung: ein Auto, das einem nicht unterm Ar... wegrostet, muss nicht neu produziert werden. Klar, ich weiß: dieses Ziel ist auf Seiten der Automobilindustrie nicht einmal ein tertiäres...  
  • Mit dem A2 kann man 4 Personen genau so (oder gar besser?) kommod transportieren wie mit so manchem Auto, das aufgrund schlechter Raumökonomie deutlich mehr Verkehrsfläche beansprucht.
  • Verglichen mit diesen Fahrzeugen hat(te) der A2 deutlich günstigere Verbrauchswerte. Verglichen mit dem A2 hatte ein Golf 4 mit derselben Motorisierung einen um ca. 0,8 l / 100 km höheren Verbrauch bei etwas schlechteren Fahrleistungen. Zöge man einen New-Beetle zum Vergleich heran (ich weiß, der Vergleich hinkt ein wenig), sähe es erheblich schlechter aus.

Natürlich, es verbleibt die heute allseits geführte Diskussion der "Dieselproblematik". ich weiß jetzt gerade nicht, wann die ersten Pkw mit Ad-Blue-Technik auf den Markt kamen. Aber immerhin hat man mit dem 1.2 TDI noch das Ziel verfolgt, dass hinten weniger Dreck (also quantifiziert weniger CO2, NOx und Feinstaub) raus kommt, wenn vorne weniger reingesteckt wird. Das Drei-Liter-Auto haben andere Hersteller jedenfalls nicht hinbekommen!

  • Daumen hoch. 1

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Jetzt ganz OT:

 

Am 16.6.2018 um 16:22 schrieb heavy-metal:

Natürlich, es verbleibt die heute allseits geführte Diskussion der "Dieselproblematik". ich weiß jetzt gerade nicht, wann die ersten Pkw mit Ad-Blue-Technik auf den Markt kamen. Aber immerhin hat man mit dem 1.2 TDI noch das Ziel verfolgt, dass hinten weniger Dreck (also quantifiziert weniger CO2, NOx und Feinstaub) raus kommt, wenn vorne weniger reingesteckt wird. Das Drei-Liter-Auto haben andere Hersteller jedenfalls nicht hinbekommen!

 

 

Konsequent: 

Auch nur ein Jurist, welcher einen 1.2 TDI aus dem Verkehr zieht, ist Teil des Systems von abgasbetrügenden Autobauern und der damit verbändelten Politik.

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