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Joachim_A2

"Vorsprung durch Technik" und die Ökobilanz

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Hallo zusammen,

 

über die Ruß-/Dieselpartikelfilter (DPF) haben wir ja schon lange diskutiert (Russfilter für Dieselmotoren...) ebenso wie über die Gründe der A2-Produktionseinstellung (Gründe für Mißerfolg und Produktioneinstellung des A2).

Nun gibt es auch einen 'Öko-Index', in dem die deutschen Hersteller in der 'Top Ten' ab Platz 6 zu finden sind - und der Toyota Prius auf Platz 1.

Besonders ärgerlich ist: "Mit Partikelfilter wären Lupo und Audi A2 TDI auf Platz 1 der Auto-Umweltliste, knapp vor dem Toyota Prius." !!!

(Siehe: http://www.swr.de/ratgeber/auto/auto-umweltliste/-/id=1752/nid=1752/did=651952/i5hcgq/index.html und http://www.vcd.org/?id=146 bzw. http://www.vcd.org/index.php?id=auli2005).

 

Ja, mit PS und Höchstgeschwindigkeiten allein, werden über kurz oder lang die Eigenschaften 'Made in Germany' nicht mehr allein ihrem Ruf gerecht. Ob unsere Automobilindustrie den Anschluss noch schafft oder schon verschlafen hat ? Ich fürchte, wir verlieren langfristig eine weitere Position im Kampf um Innovationen, Arbeitsplätze, Zukunft, ..., "Vorsprung durch Technik" usw.

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hauptproblem ist meines erachtens dass mit dieser schlüsselindustrie auch die gesamte zulieferbranchen und damit ein riesen arbeitskräftepotential zerstört wird.

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Original von schilchers

hauptproblem ist meines erachtens dass mit dieser schlüsselindustrie auch die gesamte zulieferbranchen und damit ein riesen arbeitskräftepotential zerstört wird.

 

... leider wahr - kommt nämlich noch dazu.

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... das hat Auswirkungen auf rund 1/7 aller Arbeitsplätze in

Deutschland - die wenigsten wissen nämlich um wieviele Arbeitsplätze

es indirekt geht! (durch irgendetwas müssen wir ja Exportmacht

geworden sein ;o)

 

Die neuen Chinesischen Fahrzeughersteller werden unseren

Automobilbaustandart schnell erreicht haben - zumal man die

Kompetenzzentren der Elekronik gleich um die Ecke hat - da

entstehen ja ganze R&D (Research u. Development) Städte!!!

 

Toyota plant auch schon Fabriken in Russland.... wo wollen

wir dann noch exportieren? - China beschränkt sowohl die

Einfuhr als auch die Produktion von ausländischen Herstellern

wie VW --> Planwirtschaft für eigene Produkte, warum auch

nicht.

 

Da wir eh' die ersten sind denen die Rohstoffe ausgehen (nach

den Japanern), wären ökologische Fahrzeuge (welche Art auch immer) eine Chance für Deutschlands Autobauer.

 

Grüße,

 

Daniel

 

PS: Etwas mehr als die Hälfte des Absatzes deutscher Hersteller

wird zu etwa gleichen Teilen in den USA und Europa gemacht,

der Rest in Asien un dem Rest der Welt (Quelle: Deutschlandfunk)

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Original von Soundwolke

Die neuen Chinesischen Fahrzeughersteller werden unseren Automobilbaustandart schnell erreicht haben ...

 

... und wir haben viel dafür getan, weil wir unser Know-how in unsere Produktionsstätten u.a. nach China exportiert haben. Eine wirtschaftliche Weitsicht hätte zur Folge haben müssen, hier im Gegenzug die Innovationen von morgen zu entwickeln, so dass immer ein "Vorsprung durch Technik" im Lande bleibt - ungeachtet von langfristig nötigen anderen Wirtschaftssystem und / oder Wirtschaftsgrundlagen.

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und wir haben viel dafür getan, weil wir unser Know-how in unsere Produktionsstätten u.a. nach China exportiert haben.

 

ein schönes Beispiel aus meiner Heimatregion ist AMD, die Arbeitsplätze

der Vorzeige-Chipfabrik in Dresden werden nur erhalten, wenn der Technologie-

transfer nach "Hinter-Indien" erlaubt wird. Diese Fabrik wurde übrigens

nur in Sachsen errichtet, weil es hier astronomische Subventionen (für

Weltunternehmen!!!!!!!) abzusahnen gab. Das sagt mir: AMD ist

verdammt clever! Ob da noch Infineon als Kooperationspartner daneben

sitzt ist denen doch egal - es gibt auch noch andere.

 

Sennheiser (Hannover) hat gelernt, nachdem Plagiate der Mikrofone

auftauchten hat man sich monatelang gewundert. Erst als man die

Fabrik 300m neben der eigenen in China inspizierte, entdeckte man,

dass dort die selben Automaten standen. Die Software über die

Straße tragen, fertig sind die kopierten Mikrofone. Das war nicht ganz

billig für den Konzern. Aber jeder macht seine Erfahrungen mit der

Globalisierung ;o)

 

Im übrigen treibt die Chinesen ein Ehrgeiz, der mit unserem täglichen

Elan nicht zu vergleichen ist (Unterdrückung des Familienwunsches,

Freunde etc.) - ein Chinese ist so wissbegierig wie 3 Deutsche zusammen - habe ich selbst erlebt!!

 

Grüße,

 

Daniel

 

PS: Wenn alle nur noch ihr (weniges) Geld für Schnäppchen bei Lidl und Aldi ausgeben verdient natürlich auch wieder Fernost, so ist das.

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Original von Soundwolke

Diese Fabrik wurde übrigens nur in Sachsen errichtet, weil es hier astronomische Subventionen (für Weltunternehmen!!!!!!!) abzusahnen gab.

 

Richtig, das hatte ich vergessen zu erwähnen - wir unterstützen diese Entwicklungen ja noch mit unseren Steuergelder. Im Klartext: wir subventionieren dank Politik und Wirtschaft den Abbau unserer eigenen Arbeitsplätze. Und dann beschweren sich viele über fehlenden Nachwuchs, der heute schon mit guten Chancen arbeitslos würde ! Wir sind einfach spitze.

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Der hiesige Markt kann sich nur über seine Qualitäten verkaufen und nicht über wie auch immer zu nennenden "Made-in-Germany"-Stolz. Ich habe den A2 nicht deshalb gekauft, weil er in Deutschland gebaut wurde, sondern weil er meine Anforderungen am besten erfüllt. Wenn zukünftig nicht Audi sondern Toyota etwas Vergleichbares anbietet, wird das nächste Auto eben ein Toyota.

 

Wenn Konsumenten Importware bevorzugen, bedeutet dies doch, dass Importware die Bedürfnisse besser oder zu einem günstigeren Preis befriedigt als in Deutschland hergestellte Produkte. Mit jeder Steuer- und Abgabenerhöhung wird die Kluft noch größer. Hier als Verbraucher gegenzusteuern macht überhaupt keinen Sinn und ist IMHO sogar kontraproduktiv. Wenn sich deutsche Produkte hier nicht verkaufen, weil Lohnnebenkosten und Steuern zu hoch sind, und man sie trotzdem bevorzugt, werden zukünftig Lohnnebenkosten und Steuern noch weiter steigen.

 

Wenn hingegen vor der nächsten Steuererhöhung ein paar große Unternehmen laut darüber nachdenken, Produktionsstätten mit Tausenden Mitarbeitern nach Fernost zu verfrachten, kann dies die Steuererhöhung möglicherweise verzögern.

 

/.

DocSnyder.

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Hallo DocSnyder,

 

so sehe ich das ganz und gar nicht.

 

Noch sind wir Exportweltmeister, weil man deutsche Produkte mit Qualität verbindet, auch noch nach 150 Jahren "made in Germany"!

 

Der Chinese schreitet mit Riesenschritten in die 1. Welt, aber es sind kaum 100 Mio Chenesen die daran teilhaben, vorerst. Solange man in China jedes Jahr 6000 tote Bergleute hinnimmt, herrschen dort keine Verhältnisse die auch nur im Entferntesten an die Unseren reichen.

Richtig ist, das wir mit dem Kauf von Billigartikeln wie Elektro- und Handwerkzeuge bei den bekannten Discountern, eine resourcenvernichtende und menschenverachtende Produktion in China und in Südasien am leben halten.

Gleichzeitig wird bei uns das Bewusstsein, das ein gutes Werkzeug eben mehr als 10 Euro kosten muß vernichtet, deutsche Elektrowerkzeug und Werkzeugproduzenten leiden darunter.

 

Unsere Autoproduzenten sind in der Lage den besten Sportwagen der Welt zu bauen und auch zu verkaufen, aber sie können auch echte 3 Ltr Autos bauen, dies ist so, einmalig in der Welt. Alles dazwischen liefern sie ebenfalls in konkurenzfähiger Qualität.

Sollte der Treibstoff knapp und somit teuer werden, sind es wieder die heimischen Hersteller die für Abhilfe sorgen. Piech hat es bei seinem Abgang von VW gezeigt, ein 1 Ltr/100km, 2 Personen Kabinenroller, um auf die Arbeit zu fahren. Ein bekanntes 4-5 Personenauto liegt bei Audi in der Schublade:-)

Erdgas und sogar Wasserstoff Testserien sind lange ausgewertet, nahezu jeder deutsche Hersteller ist/war dabei.

Wobei wir das Problem haben, das wir in "D" ohne Atomkraft kaum solch gigantische H2 Mengen CO2-frei erzeugen können. Island wäre einer der Wasserstofflieferanten. Die haben schon den Einstieg in die Technik beschlossen, und wollen ihr "Strom aus Erdwärme-Programm" um ein Vielfaches vergrößern.

 

Ganz so schwarz braucht man also nicht zu sehen:-)

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Hallo DocSnyder,

 

Audi80 hat schon vieles gesagt. Hinzufügen möchte ich, dass es zum A2, wenn man mal vom Verbrauch und Alu absieht, durchaus Alternativen gab und gibt; ich habe mich aber auch wegen der Arbeitsplätze in D für den A2 entschieden ! Denn ob es, vor dem Hintergrund der Weiterentwicklungen, Sinn macht ein Alu-Auto 10 bis 15 Jahre zu fahren oder ob es in der normalen Lebenszeit eines Blechautos nicht schon Besseres gibt (Abgasverhalten, Verbrauch etc.), scheint mir offen.

Außerdem können Vergleiche von Abgaben hier in D und in China sowie anderen Ländern (Europas Osten) nur fehlschlagen - was auch ein Problem der 'freien Marktwirtschaft' ist. Denn solange die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Welt nicht identisch sind, sind Vergleiche hinfällig, weil falsch. Wenn Umweltschutz nicht oder kaum vorhanden ist, Arbeitsplatzsicherheit keine Rolle spielt u.v.a.m., sind diese Länder heute zumindest bei den Produktionskosten unzweifelhaft im Vorteil. Heute wohlgemerkt.

Bedenklich ist natürlich dass in Zeiten von 'Geiz ist geil' jeglicher Realitätsbezug zu echten Produktkosten verloren geht, aber kann man es den 'Arbeitslosen' und anderen übel nehmen, solche Produkte zu kaufen ? Ich nehme da gern mein Tomatenbeispiel: wenn ich Supermarkt ein Pfund Tomaten für 1,49 € und für 2,49 € sehe, wäre ich ja bereit die zu 2,49 € zu nehmen, wenn mir jemand garantieren würde, dass die nicht radioaktiv haltbar gemacht wurden, aus ökologischem Anbau stammen ... Aber, genauso gut, könnten die 2,49 € - Tomaten auch die gleichen sein, wie die 1,49 € Tomaten, nur eben anders ausgezeichnet. Dieses beispiel halte ich für durchaus übertragbar.

 

@Audi80: Nun, zumindest Wasserstoff wäre in großen Mengen produzierbar, aber warum in Deutschland ? Mit Atomkraft wäre der schlechteste Weg - einerseits wegen nicht unerheblicher Gefahren (keine Versicherung versichert Atomkraftwerke oder entstehende Schäden) und andererseits ist auch der Rohstoff Uran von Knappheit wie Öl betroffen. Vielmehr könnte man in Wüstengebieten dieser Erde echte Entwicklungshilfe betreiben und dort den Wasserstoff produzieren; via Fotovoltaik, sogar der Rohstoff für die Solarzellen wäre vorhanden und die Wasserstoffproduktion absolut schadstofffrei. Nur, wer will das ? Die Automobilindustrie mit ihren Verpflechtungen zur Ölindustrie jedenfalls (noch) nicht und der Politik fehlt es an genügend Weitsicht. (Vorschäge zur Wasserstoffproduktion sind mir schon aus den 70er Jahren beannt: Hoimar von Dittfurth, Fernsehsendung 'Bilder aus der Wissenschaft' (oder ähnlicher Name der Sendung).)

 

Vor all diesem und dem Hintergrund wie vieles besser sein könnte, weiß ich nicht ob Optimismus angebracht ist.

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Hallo!

 

Schon mal drüber nachgedacht? Dieser komische Toyota Prius ist nur deswegen auf Platz 1 der Ökobilanz, weil er eines der wenigen, ebenfalls zu teuren Technologieträger ist, die sich auch aufgrund ihres hohen Preises nicht verkaufen lassen und deswegen aus kaufmännischer Sicht schon längst aus dem Angebot hätten verschwinden müssen.

 

Warum Toyota ihn dennoch weiterhin im Angebot hat? Wahrscheinlich aus Imagegründen... Und das wird man sich - im Gegensatz zu anderen Herstellern - evt. schon etwas kosten lassen wollen.

 

Gleiches gilt natürlich auch für die ganzen Gasfahrzeuge. Wirklich "rechnen" tun die sich für die Konzerne allesamt nicht. Der VAG-Konzern schmeißt derlei Autos rigoros aus dem Programm. Nachvollziehbar, aber in Zeiten hoher Energiekosten m.E. unklug. Denn jetzt hat man den aufwendig konstruierten Hybid- und gasbetriebenen Fahrzeugen nicht mal mehr etwas entgegenzusetzen, mit dem man, mit vergleichsweise konventioneller Technik, ökologisch gesehen, das Gleiche erreicht.

 

Ich denke, dass es eine größere Ingenieurleistung ist, mit einem "konventionell" angetriebenen 3l-Auto einen bestimmten Öko-Standard zu erreichen, als mit dem Einsatz von Alternativen zum Verbrennungsmotor. Letzeres kann grundsätzlich jeder, aber das Optimale aus einem Verbrennungsmotor herauszuholen, das hat offensichtlich nur der VAG-Konzern geschafft. Schade, dass man das nicht zu vermarkten vermag.

 

Und außerdem: was haben wir eigentlich von sog. "Öko-Autos", wenn sie, insbes. wg. ihres hohen Preises, keiner kauft?

 

CU!

 

Martin

 

CU!

 

Martin

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Hallo Joachim A2,

 

die Sendung mit und von Hoimer von Dittfurt hieß "Querschnitte" und war in meinem Elternhaus Pflicht.

 

Sollte Wasserstoff eines Tages aus erneuerbaren Energien hergestellt werden, wollen die Länder auf deren Gebiet das geschieht, auch Geld dafür haben.

 

Zur Atomkraft: die Atomkraft wurde von Leuten schlecht-geredet und auch abgeschafft, die nicht mal das Prinzip eines Dampfkraftwerkes, geschweige denn eines Atomkraftwerkes verstehen.

Immer wenn von Atomkraft die Rede ist fällt "Tchernobyl", aber dort wurde vor allem spaltbares Material für die Bestückung nuclearer Sprengköpfe in Mittel und Langstreckenraketen produziert, das man dabei auch noch ganze Landstriche mit Energie versorgen konnte, machte die Sache für russische Verhältnisse zum Geniestreich. Die Anlagen in Tchernobyl wurden mit hoch angereichertem Material betrieben.

Schweden bezieht beispielsweise 55% des Stroms aus eigenen Wasserkraftwerken, den Rest decken 5 Atommeiler. Der Ausstieg wurde wie auch bei uns, allerdings etwas früher beschlossen. Alternativ hätte man Gas, oder Kohle-Kraftwerke bauen müssen, oder weitere Flüsse in der wunderbaren Natur Schwedens, ihrer Stromschnellen und Wasserfälle berauben müssen, um sie der Energieversorgung zuzuführen. Der Ausstieg aus der Nucleartechnik wurde zurückgenommen, die 5 Kraftwerke bleiben am Netz.

Extrembefürworter der Atomenergie, zu denen ich nicht zähle, nennen das "Umweltschutz durch Atomenergie".

Meine Ansicht ist, das man eine solch effizente Energiequelle nicht verteufeln sollte, sondern von Fall zu Fall abwägen wo sie, bei größtmöglicher Sicherheit, zum Einsatz kommen könnte.

 

Viel mehr Angst macht mir der Mann, der mehrmals im Jahr mit Luftschlägen droht, der Menschen samt ihren Heimatländern als "Achse des Bösen" bezeichnet, der von seinen folternden Söldnern gefeiert wird, obwohl er sich Vietnam entzogen hat, und der gerade "Mini-Nukes" entwickeln lässt.

Achso, die letztgenannten Teile, die sich so anhören wie ein bunter Babyschnuller, sind Miniatombomben, mit einer "sehr geringen" Zerstörungskraft von etwa 1000m Durchmesser, "G.W." wünscht das die Völkergemeinschaft die Mini-Nukes deshalb nicht als Atomwaffe ächtet, sondern als legitime Waffe einstuft.

 

Biblis 1 und 2 machen mir weit weniger Angst.

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Hallo zusammen,

 

zunächst vielen Dank Audi80, für die 'Querschnitte' - ich hatte es wohl falsch in Erinnerung, aber ich denke, diese Sendung war‘s.

 

Natürlich wollen die Länder, in denen per Fotovoltaik Wasserstoff hergestellt wird, auch Geld dafür haben. Ja und ? Die ölexportierenden Länder machen's auch nicht umsonst. Wir hätten aber den unschätzbaren Vorteil zunächst Alternativenergielieferanten zu haben und - ganz wichtig - frühzeitig eine umweltverträgliche, nicht begrenzte Ressource als Energiequelle nutzen zu können. Mit diesem Argument möchte ich auch ausdrücklich heavy-metal widersprechen ! Auch wenn er kurzfristig bzgl. konventionellem 3L-Auto eventuell recht hat. Außerdem hätten wir in den armen, in Frage kommenden, Ländern Entwicklungshilfe geleistet (und eventuell etwas gegen (möglichen) Fanatismus getan) und heute, dank „Vorsprung durch Technik“, den Exportschlager schlecht hin. Und, ob wir bei eher steigenden Rohstoffpreisen günstiger mit jetziger Technik davon kommen, oder mehr in das Fahrzeug und weniger in die Verbrauchskosten investieren müssen, könnte doch egal, weil preisgleich sein. Und Wasserstoffantriebe in Serie wären zudem doch deutlich billiger. (Übrigens, das Problem der Kosten stellt sich doch immer. Wenn wir es heute nicht leisten, müssen wir oder die kommende Generation dies später tun. Nur bis dahin sind, wie gesagt, unsere Rohstoffkosten wegen Nachfrage und Knappheit deutlich gestiegen, so dass die Kostenbelastung höher sein wird als heute. Und da wir ja ein Alu-Auto fahren, dessen Sinn (Alu) ja nur bei langfristiger Nutzung gegeben ist, müssten wir auch bei teurerer Wasserstofftechnik halt ein Auto solange fahren, wie man 'normalerweise' 2 oder 3 fahren würde.)

Allerdings lässt sich weder der Wasserstoffmotor (für Fahrzeuge), noch die nötige (europaweite) Infrastruktur oder die Herstellung kurzfristig realisieren - nur irgendwann müssen solche Entwicklungen einsetzen. Vor dem Hintergrund des steigenden Energiebedarfs und der Begrenztheit der aktuell genutzten Ressourcen werden wir uns sonst auf langfristig nur noch steigende Energiekosten einstellen müssen; nicht zu vergessen dabei, dass Öl heute nicht nur zum Verbrennen genutzt wird sondern Grundlage für vielerlei Produkte ist.

 

Ob Atomkraftwerke vor dem Hintergrund der potentiellen und nicht auf ein Gebiet begrenzbaren Gefährlichkeit (neben "Tchernobyl" gab es auch 'Tree Mile Island' und Krebsraten in Kernkraftwerksumgebungen sind noch ungeklärt) oder der geplante Fusionsreaktor in Südfrankreich eine Technik sind, mit denen man arbeiten sollte, scheint mir eher fraglich. Dies hat nichts mit einem fehlenden “Verständnis der Prinzipien eines Dampfkraftwerkes“ zu tun. Wir beschweren uns zwar (auch wenn ich's nicht 100%ig vergleichen will) über abstürzenden Computersysteme, fehlerhafte Software, Komplexität, mangelnde Kenntnisse / Erfahrungen, menschliche Fehler usw., aber in kritischen Fragen zu Kernenergie tauchen solche Problem nie auf - und wenn, dann natürlich nur weit weg oder im ‘Osten‘. Übrigens, welches Ziel nach den Erfahrungen von Tchernobyl in Verbindung mit dem 9/11 wäre für hirnlose Fanatiker wohl lohnender ?

Hätte man nur die Steuergelder, die in die Kernenergie gesteckt wurden, in ökologisch saubere Energienutzung (Fotovoltaik, 'Kollektordächer', Energieeinsparungen usw.) gesteckt, hätten wir heute weniger Energieprobleme, günstigere Verbrauchskosten und eine exportierbare ausgereifte und günstige Technik. Von den noch immer nicht gelösten Endlagerproblemen von Stoffen mit Halbwertszeiten von einigen tausend Jahren und den bisherigen Investitionen diesbezüglich ganz zu schweigen. (Die Problematik unseren Müll künftigen Generationen aufzuerlegen ist vergleichbar mit den Kosten, die wir bei der Entwicklung alternativer Energienutzung heute einsparen wollen – wohl wissend, das dies spätestens unsere Kinder nachholen müssen; siehe oben.)

 

Und wenn - nicht nur Dir, Audi80 - der böse Mann Angst macht, dann würde man ihn zwar nicht von der Entwicklung der 'Miniatombomben' abhalten können, aber seine öligen Hintergründe Krieg zu führen, wären wohl auch von Ihm nicht so ohne Weiteres nutzbar.

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Hallo Joachim A2,

 

es scheint als wäre die Welt noch nicht so weit, globales Denken ist selten, auch gerade in Ländern die für eine Sonnen-getriebene Wasserstoffherstellung in Frage kommen.

 

Solange wir aber Industrieanlagen im Land betreiben, die unvorstellbaren Energiehunger haben, der nicht reduzierbar ist, so z.B. Elektrolyse-Betriebe der Chemischen Industrie, oder Aluminiumhersteller, usw. ist es kaum möglich einen hohen Anteil an erneuerbaren Energielieferanten aufzubauen.

 

Nur zum Vergleich: Biblis hat eine Momentanleistung mit beiden Blöcken von etwa 2300MW, das sind 2300000 KW. Eine Offshore-Windkraftanlage mittlerer Größe leistet bei Starkwind 100KW, also würden 23000 solcher Anlagen bei starkem Wind die beiden Biblis Blöcke ersetzen. Um die windarmen Zeiten zu überbrücken müssten gigantische Wasser-Spaltanlagen gebaut werden, die mit weiteren möglicherweise über 30000 Windkraftanlagen versorgt werden könnten, den entstehenden Wasserstoff müsste man lagern, um ihn bei Bedarf in Strahltriebwerken mit angeschlossenen Generatoren zu verstromen.

 

Unsere Küstenlinie beträgt vielleicht 500km, wie sollen dort 53000 Windräder untergebracht werden?

Anders ausgedrückt eräbe das eine Länge von 5300km, wenn alle 100m eine Anlage steht, von Norditalien bis zum Nordkap.

 

Es ist nicht so das ich Gegner von Windkraftanlagen bin, aber man muß es realistisch sehen, viel mehr wie 10-20 % unseres Bedarfs werden sie nicht leisten können.

 

Fotovoltaik: 1m2 leistet beispielsweise 50 Watt, um die o.g. Energieabgabe zu leisten müsste man 45 km2(!) Solarzellen installieren, also rund 7x7 km!

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Das beste wäre wenn jeder selbst Strom produziert z.B. Solarenergie und kleine Windkraftanlagen. Dennoch kann man auf Wetterunabhängige Grosskraftwerke nicht verzichten. Den die Speicherung von Energie ist das Problem nicht die Herstellung.

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Hallo Audi80,

 

Deinen Argumenten kann ich so nicht folgen. Einerseits ging es bei diesem Thema ursprünglich um die Ökobilanz von Fahrzeugen, Antrieben, Verbräuchen usw. Deshalb sollte der nötige Alternativenergieträger Wasserstoff umweltbelastungsfrei per Fotovoltaik in Ländern mit ausreichend Sonne und Platz (in Wüsten z.B.) produziert werden. Neben den Rohstoffen zur Solarzellenproduktion wäre Sonnenenergie ausreichend vorhanden – nur benötigtes (Meer-) Wasser inkl. evtl. Entsalzung wäre zu realisieren und natürlich der Abtransport der gewonnenen Energie. Die wäre gleichzeitig, neben dem Verfolgen von Eigeninteresse, eine Art Entwicklungshilfe, da die Wüstenländer oft die ärmeren Länder sind (Nordafrika etwa). Trinkwasser könnte nebenbei abfallen, so dass auch diese knappe Ressource in größerer Menge und guter Qualität zur Verfügung stehen würde.

Wenn diese Vorstellungen Hoimar von Dittfurths in den letzten 30 Jahren Schritt für Schritt realisiert worden wären, hätten wir optimale Energiequellen, eine exportfähige und mittlerweile bezahlbare Technik, wären nicht ausschließlich auf Rohöl angewiesen. Und nicht nur “Papa-Scheich“ könnte seinem Sohn auf die Frage, womit er (der Sohn) später Geld verdienen könnte, antworten: mit Öl, Wasserstoff, ...

 

Statt dessen rechnest Du 2,3 GW Kernenergie auf Windkraftanlagen-Küstenkilometer (das Thema hatten wir doch noch gar nicht) und auf Solarzellenquadratmeter um und vergisst die Sicherheits-, Gesundheits- sowie Abfallproblematiken zu berücksichtigen. Du erinnerst Dich schon daran, dass nach Tschernobyl die zulässigen Verstrahlungswerte drastisch beispielsweise für Lebensmittel erhöht wurden ? Und nur, weil sie zuvor viel zu niedrig angesetzt waren !??

Jedenfalls ging es zunächst nicht primär um Kernenergie bzw. deren Abschaltung. Aber wenn wir dabei sind: es gibt auch Rechnungen die besagen, dass in Deutschland ein Kernkraftwerk einsparbar wäre, wenn es allein die 'Stand by' - Stromfresser nicht gäbe (Computer, Bildschirme, Drucker, Netzteile, Fernseher, Radios usw.). Zieht man in diese Betrachtung des Aspekt „Kleinvieh macht auch Mist“ ein, könnte selbst in den ‘schlechteren Gegenden‘ Deutschlands, eine Energieersparnis von gut 50% bei den Privathaushalten erzielt werden (Wärmedämmung, Warmwasser per Sonnenkollektor, Fotovoltaik usw.). Vielleicht rechnest Du dies ebenfalls in einsparbare Kernkraftwerke, statt in Quadratmeter und Küstenlinien, um. Schließlich bin ich sicher, dass darüber hinaus auch Einsparungspotentiale bei der Industrie in großen Dimensionen möglich sind; sei es durch tatsächliche Einsparungen oder beispielsweise durch Nutzung von Abwärme etc.

 

Ob die Welt – insbesondere die Länder, die zur Wasserstoffproduktion geeignet wären – schon global genug denken, kann bezweifelt werden. Aber tun wir es denn ? Ist es global gedacht eine Kernkrafttechnik mit ggf. globalen Auswirkungen zu betreiben und wenn ja, wie bitte ist das gemeint ? Ist es global gedacht, wohl wissend, wie es mit bestimmten Ressourcen bestellt ist, so zu tun, als gäbe es diese Unendlich ? Ist es global gedacht, Lebensmittel zu Kosten in Milliarden € zu vernichten, wenn gleichzeitig Millionen verhungern ?

Wer hat denn hier Verantwortung zu tragen – wir oder die Entwicklungsländer / ‚Dritte Welt‘ ? Und läge es nicht in unserem ureigensten Interesse zu handeln ?

Aber wir können natürlich warten ... solange bis wir gezwungen sind zu handeln. Sei es, weil unsere Ressource(n) tatsächlich aufgebraucht sind, andere auf dieser Welt mit kriegerischen Mitteln versuchen, für sich die gleichen Rechte und Möglichkeiten einzufordern und durchzusetzen, wie sie für uns schon lange gelten, ... Egal wie, es wird immer teurer, sei es weil wir beispielsweise mehr für Energie zahlen und gleichzeitig einen globalen Ressourcenwechsel bewerkstelligen müssen, oder sei es, weil wir uns natürlich gegen Angriffe auf unser Wirtschafssystem und unsere Errungenschaften verteidigen müssen – letzteres kostet besonders viel, ist besonders unnütz, würde aber wohl unter notwendigen Ausgaben verbucht; aktuelle Beispiele sind da natürlich rein zufällig.

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Tja, PS und Höchstgeschwindigkeiten interessiert in Deutschland eingetlich niemand mehr so richtig. Die Automobilhersteller haben es nicht kappiert.

 

Sie konzentrieren sich darauf, die Regierungen unter Druck zu setzen, damit sie keinen Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahen einführen.

 

 

Gruß

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Original von Frany

Tja, PS und Höchstgeschwindigkeiten interessiert in Deutschland eingetlich niemand mehr so richtig. Die Automobilhersteller haben es nicht kappiert.

 

Sie konzentrieren sich darauf, die Regierungen unter Druck zu setzen, damit sie keinen [blink]Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahen [/blink]einführen.

 

 

Gruß

 

Da will ich aber doch hoffen das es so bleibt, das man auch in Zukunft nicht immer mit Höchstgeschwindigkeit fahren muss!!!

 

Kleine Retoure ( A8 ), Ingo ;)

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Der Toyota Prius ist auch deshalb an erster Stelle, weil Herstellung und Recycling des Fahrzeugs nicht in die Umweltbilanz einfließen. Entscheidend ist nur "sparsam, leise und schadstoffarm". Daß die Herstellung bzw. Entsorgung der Batterie aus dem Prius nicht unproblematisch ist, verschweigt man einfach. Sonst wird es zu kompliziert für die Pisa-Generation.

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Hallo,

 

wie ich aus Joachim_A2s Beiträgen lese ist neben dem ökologischen der soziale Aspekt bei technischem Anspruch vielleicht ein Schlüsselkriterium. Was nützt es der Welt sparsame Autos herzustellen, wenn Unruhen dazu führen, das ganze Ölfelder abgefackelt werden und die Sicherheit der Menschen und damit das friedvolle Zusammenleben gefährdet sind?

Vielleicht haben es noch nicht sehr viele realisiert, aber ich habe mal versucht mich in die Lage eines durchschnittlichen Londoners zu versetzen, mit welchem Gefühl der in eine U-Bahn einsteigt um auf Arbeit zu fahren.

(Übrigens ein noch besserer Ansatzpunkt: flexible öffentliche umweltbewusste Verkehrsmittel statt Einzelfahrzeuge für Arbeitswege)

Das kann sich glaube ich hier keiner vorstellen, v.a. wer Kinder hat

und diese in möglichst viel Freiheit aufwachsen sehen will. Ich

möchte Joachim damit ausdrücklich beipflichten, dass die globale

soziale Komponente in dem Denken deutscher Inegnieure uns unterscheiden könnte.

 

zum von g.h. angesprochenen Thema Umwelt/Energiebilanz möchte ich auch anfügen, dass ich mir über die Herstellung der Batterie des Prius

auch so meine Gedanken gemacht habe. Zumal die auch ersetzt/entsorgt werden muss (ist nämlich ein "normaler" Hochstromakku von Panasonic drin) da ihr ewiges Leben fremd ist.

Schaut man sich den Absatz allein in China an wäre die Idee, hochwertige, sehr langlebige Fahrzeuge zu bauen eine sehr ökologische, denn der Energieeinsatz um ein Schrottauto in ein Neufahrzeug zu recyclen ist enorm! Es gibt m.E. eine Menge fragen fernab vom Verbrauch, die viel direkter mit dem Ressourcenverbrauch zusammenhängen und in so genanntem Life-Cycle-Processes erfasst und optimiert werden (damit beschäftigen sich z.B. Hersteller elektron. Baugruppen da hier neue Umweltrichtlinien für die Zukunft geplant sind).

 

Generell möchte ich noch eine optimistische Prognose wagen: Wenn wir wenigstens ein paar Dinge erkennen hat Deutschland eine Chance, denn das Lohnkostenkarusell dreht sich glücklicherweise global. Kia als mittlerweile drittstärkster Autoimporteur legt einen Teil der neuen Fertigung in die Slowakei, weil es daheim in Südkorea zu teuer geworden ist.

 

Daniel

 

PS: gehören dt. Journalisten noch der Pisa-Generation an, mir scheint es, als ob einige der nicht Pisa-getesteten älteren Semester auch nicht viel mehr wissen als die Jüngeren ;o)

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