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philippbmn

Landi Renzo im Audi A2 schaltet auf Benzin und piept, Lambdasonde bei 4V. Was tun?

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Hallo liebe Gemeinde,

 

ich fahre einen Audi A2 BJ 2003 1,4 Benziner BBY mit knapp 100000km. Vom Vorbesitzer wurde Ende 2012 bei Kilometerstand: 67500 eine Landi-Renzo-Gasanlage verbaut. Wie das so ist bereitet diese mir seit einiger Zeit etwas Kopfschmerzen. Bei ca. 90000km fing der Wagen im Leerlauf auf Gas unruhig zu laufen. Durch eine Werkstatt wurden bei 95000km die Zündkerzen in NGK LG 1496 gewechselt ohne das Problem wirklich behoben zu haben. Die meiste Zeit fahre ich jetzt auf Benzin.

 

Bei ca. 98000km habe ich das Problem dann selber in die Hand genommen, habe den Gasphasenfilter und Flüssigphasenfilter gewechselt. Darüber hinaus die Injektoren (grüne Köpfe) gereinigt. Sobald ich auf der Probefahrt dann auf Gas umstellelte, machte der Wagen einen Ruck, die Gasanlage sprang zurück auf Benzin und fing an zu piepen.Ich entschloss mich die Anlage neu zu konfigurieren. Mit der Landi Software sowie Anleitung von Rheinbach (Downloads) und dem Diagnosekabel von SK Electronics.

 

Leider scheitere ich beim Schritt der automatischen Kalibrierung. Die Gasanlage pendelt sich bei den konstanten 3000U/M ein, schaltet auf Gas und kurze Zeit später wieder auf Benzin um, was folge war wieder das Piepen. Mir ist aufgefallen, dass bei eingeschalteter Zündung die Anzeige der Lambdasonde rot erleuchtet und die Werte sich bei ca: 3,5V – 4,0V einpendeln. Im Vergleich zur Anleitung (ca. 0,5V (grün hinterlegt) also deutlich zu viel). Die restlichen Werte wie Gasdruck sind in Ordnung. Jetzt hatte ich gelesen, dass dies evtl. daran liegen könnte, dass die Anlage zu fett läuft.

 

Meine Frage nun was ich tun kann. Lässt sich die Anlage auch manuell kalibrieren? Hat jemand evtl. eine Konfigurationsdatei speziell für den A2 1,4? Liegt es vielleicht am Verdampfer oder gar an der Lambdasonde? Gibt es eine andere neue Software die man evtl. anwenden muss? Ist es möglich mit dieser Fehlercodes auszulesen und zu löschen?Auf Benzin ist alles bestens, auch keine Fehlercodes. Laut Landi Software sind alle Injektoren in Ordnung, bei der Reinigung haben auch alle „gezappt“. Habe dem Post ein Bild vom Steuerungsgerät angefügt.

 

Bin für jeden nützlichen Hinweis und Tipp dankbar und danke schon mal im Voraus

 

Philipp

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Von Gas habe ich wenig Ahnung, obwohl ich es interessant finde.

 

Zur Lambdasonde: nach allem was ich bisher so kenne sollte die Spannung bei Lambda 1 wie von Dir erwähnt bei ca. 0,5 Volt liegen. Wenn 3,5 bis 4Volt anliegen ist vermutlich die Masseleitung unterbrochen - aber das müsste doch auch im Benzinbetrieb so sein?

 

Wie läuft denn diese Gasanlage, ist das eine bei der das Benziner-Motorsteuergerät weiterläuft und gar nicht "merkt" das kein Benzin eingespritzt wird?

 

Übrigens das Bild ist verloren gegangen, hänge es bitte nochmal an.

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Also es ist eine "sequentielle Gasanlage", was dies genau bedeutet kann ich auch nicht sagen. Man kann in den Einstellungen allerdings eine Verbindung zum OBD herstellen. Ein nettes Tool ist, dass man bei höheren Drehzahlen Benzin zuführen kann um wahrscheinlich die hohe Temperatur beim Gasverbrauch etwas zu drosseln.

 

Im Benzinbetrieb ist alles gut. Habs mit VAG-COM noch mal alles ausgelesen. Wie messe ich genau die Spannung an den Lambdasonden bzw. prüfe die Masseleitung? Hatte die Werte jetzt nur durch die Software der Gasanlage.

IMG_4894.JPG.b0b9b21761363be2dc33a206874ade81.JPG

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Habe keine Ahnung von dieser Anlage, aber ich fürchte, dass dir hier kaum einer helfen kann.

 

Ich würde einfach mal einen Landirenzo-Umrüster aus der Nähe aufsuchen und um Neukalibrierung der Anlage bitten. Wenn ich das bei meiner Femitec-Anlage machen lasse, kostet dass in der Regel 20-30EUR und ist in 15-20 Minuten erledigt. Dürfte bei deiner Anlage nicht viel mehr/wenig kosten (vorher mal den Preis telefonisch erfragen). Ist günstiger, als viele Kilometer auf Benzin zu reißen. ;)

 

Ansonsten vielleicht in diversen Autogasforen nach Tipps zur Selbsthilfe fragen. Gibt ja schon ein paar gut besuchte Foren in denen man solche Antworten bekommt.

 

Ein Konfigfile von einem anderen A2 würde ich übrigens nicht nutzen. Jedes Fahrzeug ist unterschiedlich (Serienstreuung, Alterung der Komponenten, Verschmutzung der Ansaug/Abgaswege, ...).

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Ja schon, leider gibt es in meiner Gegend keinen den ich kenne der das gescheit hin kriegt. Bei dem letzten wo ich war wollte dieser mir im November ne Unterbodenwäsche für 250€ aufschwatzen, hat neue Kerzen eingebaut (die alten waren keine 10000 gelaufen) und hat das Problem dann am Ende auch nicht gelöst.

 

Prinzipiell halte ich nichts von Werkstätten, weil es am Ende nie so war wie es sein sollte. Da bin ich als BWL Student alleine und mithilfe dieser fantastischen Seite schon weiter gekommen ;) Außerdem interessiere ich mich für die Fehlersuche und bin dann am Ende des Tages auch glücklich was gelernt zu haben.

 

Wenn hier jemand ist, der sich damit auskennt bin ich gewollt einige Kilometerchen zu fahren, wie gesagt bin für jede Hilfe dankbar :)

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Das ist sehr schade, dass Du meistens nur auf Benzin fährst. Mich hat zu LPG Zeiten jeder einzelne Benzinmeter angekotzt... bin zu 99,5% auf LPG gefahren.

 

Jetzt zu deinem Problem:

 

(Gas verbrennt übrigens nicht heißer, dir fehlt lediglich die Kühlung der Einlassseite durch den gasförmig statt flüssig eingespritzten Kraftstoff - Stichwort Verdampfungsenthalpie)

 

Automatisch können sich Gasanlagen nicht selber einstellen, zumindest kommt da meistens nur murks raus.

´ne Landi Renzo stellt da sicherlich keine Ausnahme dar. Nur unter selbstumrüstern ist ´ne LR (Landi Renzo) nicht sehr beliebt, deshalb gibt es auch nur wenige, die dir direkt aus der ferne helfen können.

 

Jetzt würde ich dir 2 Möglichkeiten empfehlen:

 

entweder:

Du meldest Dich im lpgboard.de an und versuchst es in dem Forum. Da gibt es ein paar wenige, die sich direkt mit LR auskennen. (meistens wird KME von Selbstumrüstern gewählt, weil die i.d.R. die beste Wahl ist)

Dort kannst Du dann dein Leid klagen, (machst Fotos vom Einbau (wichtig!!), und screenshots (alt + druck) von allen Einstellungen der Software)

Da wirst Du sicherlich erfolg haben, musst es halt nur selber machen können, und dir auch zur not zutrauen, an der Anlage rumzuspielen.

 

oder:

Du kommst mal nach Mittelsachsen, oder zumindest nach Leipzig und wir beide gehen mal zusammen aus Ursachensuche. Ich bin eigentlich KME-Auskenner. Technisch funktionieren Gasanlagen aber immer gleich, die Frage ist nur, wie schnell ich die LR Software durchstiegen habe, bzw wie gut die ist.

 

- Mein erste Vermutung wären die Injektoren (was sind für welche verbaut?).

- kannst Du mal Bilder von deiner Anlage machen?

Edited by clekilein

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Sequentielle Gaseinspritzung

 

Die dritte Generation der Gasanlagen ist der zweiten gar nicht so unähnlich. Was jedoch verändert wird: Über sogenannte »Injektoren« werden nur jene Einlassöffnungen in der Ansaugbrücke mit Gas beschickt, welche es auch gemäß des Viertaktmotors benötigen. Die anderen Einlassöffnungen erhalten kein Gas.

 

Über diese Technik haben sich viele Käufer einen niedrigeren Verbrauch als bei der kontinuierlichen Gaseinspritzung erhofft. Die Realität sieht jedoch recht nüchtern aus: Die Verbrauchswerte sind quasi identisch.

 

Vollsequentielle Anlagen werden jedoch bei Fahrzeugen mit Euro 3 oder besser benötigt da nur sie den gesetzlichen Vorgaben und Anforderungen (Motorsteuerung) gerecht werden.

 

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Vorab erst einmal Danke an alle, die sich bei diesem etwas seltenen Thema dazu geäußert haben. Und Danke clekilein für das Angebot :)

 

Letztlich hab ich mich dann doch entschlossen, den Wagen in Rheinbach reparieren zu lassen. Dazu muss ich sagen: Die Jungs sind absolute Profis.

 

Bei der Reparatur stand ich bei denen mit an der Hebebühne und dort wurde mir im Einzelnen erklärt, wie was funktioniert und was wohl bekannte Fehlerstellen sind. Ernüchternd war, dass der Vorbesitzer sich für den Einbau einen miserablen Umrüster ausgesucht hatte (Ein amerikanischer Autohändler Nähe Flensburg). Den Jungs von Rheinbach brannte förmlich das Wort "Pfutsch" auf der Zunge, ausgesprochen hat es dann keiner was wohl an dem Temperament der Rheinländer lag :) Es ist zu sagen, dass die Qualität der Umrüstung auf Gas und die Einstellung der Anlage das A und O dieser ganzen "Gas-Fahrerei-Geschichte" sind. Wenn das nicht gut gemacht ist, gibt es immer wieder Ärger.

 

Zum Technischen: Die Lambdawerte hatten erst einmal nichts mit der Funktionalität der Gasanlage zu tun, da diese in erster Linie vom Motorsteuergerät überwacht und gesteuert werden. Da sich keine Kontrollleuchte meldete war davon auszugehen, dass damit alles in Ordnung war.

 

Fehler Nummer eins war: Der Stutzen des Flüssigphasenfilters war falsch herum hereingelegt worden (Mein Fehler *SHAME*). Die Funktionalität kann man so testen, indem man beim Umschalten auf Gas ein Klacken am Gehäuse wahrnehmen muss. Kein Klacken = Fehler!

 

Fehler Nummer zwei: Waren falsch angeschlossene Injektoren. Dies war auch der Hauptfehler. Es schien wirklich so, dass diese von Anfang an falsch angeschlossen waren. Das Problem dabei: Die MED-Injektoren (grüne Kappe) liefen nicht optimal im Takt. Das Resultat daraus: Die Injektoren waren nach 30 000km defekt, in der Regel sollten diese ca 90 000km halten. Kostenpunkt: ca: 250€ für den Austausch aller vier Injektoren. Gut, dass es bisher dadurch keine Schäden am Motor gegeben hatte.

 

Nachdem nun die größten Fehler diagnostiziert wurden ging es an die Probefahrt wo dann die Anlage abgestimmt wurde. Dies dauerte ca. 30 Minuten. Falls jemand diese Konfigurationsdatei benötigt, bitte melden.

 

Zur Mittagspause habe ich dann einen Mietwagen bekommen und schlug die Zeit dann in einem Mercedes Autohaus tot :). Zurückgekommen wurde zu guter Letzt der Gastank im Kofferraum noch mit neuen Haltebändern befestigt, diese waren wie auch die Injektoren falsch herum angebracht. Das Problem dabei: Die Schrauben die die Bänder stramm hielten verbogen sich mit der Zeit sodass der 60KG schwere Tank lose im Kofferraum lag. Nichts auszudenken was damit passiert wäre, wenn sich bei einem Unfall das Auto überschlagen hätte.

 

Als auch dieser Fehler behoben wurde, gab es noch einen kleinen Allgemeincheck, wo rauskam dass die Anschlagpuffer des Stoßdämpfers hinten immer noch die ersten waren :III: Etwas Kühlwasser wurde nachgefüllt und es konnte ins Wochenende gehen.

 

Alles in allem hat der ganze Spaß 570€ gekostet, davon knapp 200€ an Arbeitskosten. Was ich aber gerne bezahlt habe, weil der Aufenthalt bei Landi mit einer Fortbildung am eigenen Fahrzeug zu vergleichen war, sowas hat in meinen Augen einen großen Wert.

 

Nach wirklich sehr schlechten Erfahrungen mit Werkstätten war dies nun eine sehr gute Bestätigung dafür, dass nicht alle Abzocker sind. Nächstes Jahr muss die Kugel zum TÜV und zur Dichtheitsprüfung der Gasanlage und da werd ich die 300Km pro Strecke nach Rheinbach gern auf mich nehmen :)

Edited by philippbmn

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