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1,2TDI Odyssee... vom Reifenwechsel zur Vorderachsüberholung - oder: immer Rostprobleme am Aluauto


Ecomaster
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Hallo Freunde der gepflegten Sparkugel.

 

Wer etwas Zeit hat, bitte den Post komplett lesen, sonst hier vorab die Kurzform in sechs Worten: 

 

Antriebswelle in Nabeneinheit festgerostet - keine Lösung.

 

Doch der Reihe nach: Eigentlich wollte ich ziemlich tiefenentspannt vor ein paar Tagen meine Sparbüchse  A2 1.2TDI auf Winterreifen setzen, doch beim Versuch, die Vorderachs-Radschrauben zu lösen, hörte der Spaß schon auf.... im März noch spielend leicht mit rund 100Nm angezogen, jetzt ließen sie sich mit einer 2-Meter-Verlängerung kaum lösen (!!!).... und dann passierte, was passieren musste: Eine von 16 Schrauben brach unter der Last, alle anderen heftigst verrostet. Um den Stumpf der gebrochenen Schraube rausdrehen zu können, sollte ja besser die Bremsscheibe ab, damit man ein paar Gewindegänge mehr zum Greifen hat, also  hab ich mir gedacht, dass ich dann am Besten gleich mal Scheiben und Beläge bei der Gelegenheit erneuere, weil die Beläge eh schon ziemlich runter waren und ohnehin in den nächsten paar Monaten fällig gewesen wären. Also  Marken-Teile günstig im Netz geordert (incl. neuer Radschrauben) und in der Zwischenzeit vorsichtig nur die nötigsten Strecken mit drei Schrauben am vorderen rechten Rad gefahren. Dabei zeigte sich zu meiner Überraschung, dass nun urplötzlich das vordere rechte Radlager Geräusche macht (ganz typisch: geradeaus weniger, in Kurven mehr). Einzige Erklärung, die ich hierfür hab: Durch die brachiale Krafteinwirkung muss das Lager beim Radwechsel überbeansprucht worden sein.... wie auch immer: Das vordere rechte Radlager war eh das einzige, welches noch nie gewechselt wurde (300.000Km !), also noch rasch eine FAG-Radlager/Nabeneinheit geordert. Vorteil: Dann muss ich wenigstens nicht den Schraubenstumpf aus der alten Einheit rauswerkeln. Dazu natürlich das passende Ausdrück- und Einpresswerkzeug, zur Sicherheit noch einen guten Kugelkopfabzieher für die Spurstange, den passenden 6-Kant für die Blechmutter auf der Achse  und einen neuen Dreibeinabzieher zum Antriebswelle-herausdrücken bestellt.

 

Als endlich alles beisammen war, gings los:

 

Rad ab,  Blechmutter der Achse ab, Bremssattel ab,  Bremsscheibenfixierschraube lösen... festgerostet, abgerissen, na ja, egal. Bremsscheibe runter, da fiel mir das Ankerblech völlig verrostet und vergammelt in Einzelteilen entgegen, also auch dies nachbestellt. Spurstangenkopf saß unfassbar fest, ging aber mit dem Abzieher irgendwann ab, leider darunter der Fettbalg eingerissen.... also noch rasch einen neuen Spurstangenkopf bestellt. Traggelenkmutter ließ sich ganz easy lösen, Traggelenk ging auch mit reichlich Kraft und Brechstange aus dem Konus und - siehe da:  hier die Fettmanschette sogar rundum 360° durch, also in zwei Teilen, oben und unten, und dennoch voll mit Fett und das Gelenk selbst im Zusammenbau auch spielfrei. Da ich nicht den  3L-spezifischen Querlenker komplett tauschen will, habe ich rasch ein Traggelenk vom Polo für unter 10 € bestellt (Tipp kam hier aus dem Forum) und werde dessen Fettmanschette einfach auf mein Traggelenk setzen. 

 

Schon reichlich gefrustet wollte ich jetzt also nachdem das vordere rechte Federbein frei hängt, die Antriebswelle aus der Nabeneinheit drücken: also den Dreibeinabzieher angesetzt und  als  sich zeigte, dass die Achse sich mit vernünftiger Kraft nicht einen Millimeter bewegt, hab ich alles mit Rostlöser geflutet und 24h stehen lassen, als es danach weiter nicht ging, hab ich den Nabenkranz mit dem Brenner erhitzt und wieder den Abzieher angesetzt. Der massive Dreibeinabzieher verzog sich mit der (vom Radwechsel schon bekannten) 2-Meter-Verlängerung, da sich die Nasen ja auf der schrägen Rückseite des Radmutterflansches abstützen und darauf bei Extremlast nach außen etwas abgleiten. Ich hab dann die Aktion abgebrochen, das Dreibein gelöst und gesehen, dass ich die Zentrierbohrung  der Antriebsachse vor lauter Kraft schon deutlich gestaucht habe.

 

Da steh ich jetzt also mit dem zerlegten, nicht transportfähigen Auto vor einem Scherbenhaufen.... was tun? Möchte gar nicht wissen, wie schwer - wenn überhaupt - das Radlager rausgeht, wenn nicht mal die Steckachse raus will. Und  falls man die doch irgendwie rauskriegt, wie soll das hinterher je wieder alles zusammengehen... die Achse wird ja nur gesteckt und nicht "aufgepresst".  Und die Blechmutter wird auf dem gestauchten Außengewinde der Achse auch nicht mehr halten...  Übrigens: mit Vorschlaghammerschlägen  hab ichs natürlich auch schon versucht... bei aufgesetztem, angezogenen Abzieher und auch ohne.... vergeblich. Letztlich ist alles hier Beschriebene einfach nur auf extreme Korrosion zurückzuführen, der ganze Achsträger am Federbein ist vergammelt und"blättert", die Nabeneinheit ohnehin, selbst das Gelenkgehäuse auf der Antriebsachse ist von außen total zerfressen. ... es macht einfach keinen Spaß.

 

Hat jemand eine Idee, was ich jetzt noch tun kann?  Bin wirklich für jeden Tipp dankbar.... falls jemand in der Nähe ist (67292 Kirchheimbolanden bei Mainz) würde ich auf Rat und Tat (natürlich gegen Entlohnung) gern zurückgreifen.

 

Danke vorab für die Anteilnahme ;-) und liebe Grüße,

Achim

 

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Federbein mit Antriebs Welle demontieren und in eine freie Werkstatt bringen und dort mit einer ordentlichen Presse auspressen... und wenn du gleich da bist, das neue Lager gleich einpressen lassen..... Wenn sich gar nix mehr tut zur Not ein neues Aussengelenk auf die ATW.... :/

Edited by Superduke
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Ich habe keine Vorstellung was du unter 

vor 1 Stunde schrieb Ecomaster:

Der massive Dreibeinabzieher

verstehst, aber an der Stelle musst du mit richtig Kraft ran.

Hier mein Beispiel für das 5-Loch-Radlager, ich habe mir das selbe aber noch für das 62mm Radlager aus dem 3L gebaut:

5a9bb9e75d444_2014-04-2417_08_55.thumb.jpg.783b0dbe8d98c611afd3a22628cb541e.jpg

 

Die 3-Bein-Abzieher die ich kenne bringen nicht ansatzweise die Kraft auf die Welle die nötig ist. Wenn möglich die Welle auch über einige Zeit verspannt stehen lassen und gelegentlich den Druck bei Bedarf erhöhen. Leichte Impulse in Form von Hammerschlägen unterstützen das Lösen der festgerosteten Welle.

Übertreiben sollte man es aber auch nicht - ich habe es schon geschafft das Gewinde für die "Blechmutter" zu stauchen.

 

Es gibt auch hydraulische Auspresswerkzeuge die auf die Nabe geschraubt werden (bspw. hier: https://www.amazon.de/Hydraulik-Radnaben-Hydraulischer-Antriebswellen-Ausdrücker/dp/B01N8QFV1D ).

Als Rostlöser besser Caramba als WD40 verwenden.


EDIT:
Lese gerade (hast du editiert?), dass du sämtliche Kniffe schon versucht hast. Da bleibt dann tatsächlich nur das Radlagergehäuse komplett auszubauen. Dann nochmal Rostlöser von oben einfüllen und einwirken lassen und hoffen, dass es nach unten durchsickert.
Letztlich hilft dann nur eine Presse die richtig Druck macht. Das Außengelenk ist ja vermutlich bereits verloren, aber das lässt sich recht problemlos wechseln.

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Ich habe zum Ausdrücken der Antriebswelle ein Radnabenabzieher mit Schlagspindel. Es gibt das auch mit eine hydraulischen Spindel, jedoch erzeugt die hydraulische Spindel kein großes Lösemoment, und ist eher für lose sitzende Antriebswellen geeignet.

 

shopping?q=tbn:ANd9GcRj1hFF4-f7QYNcSbJyG

 

Auch ich stand mal vor dem Problem und habe das Radlager schön heiß gemacht und Rostlöser rein gesprüht und das in mehreren Durchgängen. Mit der Schlagspindel konnte ich dann (irgendwann)  die Antriebswelle heraus drücken.

 

vor einer Stunde schrieb Ecomaster:

Und  falls man die doch irgendwie rauskriegt, wie soll das hinterher je wieder alles zusammengehen... die Achse wird ja nur gesteckt und nicht "aufgepresst".  Und die Blechmutter wird auf dem gestauchten Außengewinde der Achse auch nicht mehr halten... 

 

Mit einem neuen radseitigen Gelenk werden deine 2 Probleme gelöst. Ein neues Gelenk lässt sich leicht in das neue Radlager schieben und du kannst die Blechmutter auf dem neuen Gewinde montieren.

 

Ansonsten, wie schon @Superduke geschrieben hat, den Achsschenkel komplett ausbauen und in eine Werkstattpresse einspannen. Dabei aufpassen, dass die "Ausleger" für die Bremsbacken nicht verbogen werden.

 

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vor einer Stunde schrieb Mankmil:

..... ich habe mir das selbe aber noch für das 62mm Radlager aus dem 3L gebaut....

 

Super Konstruktion, das schaut wirklich richtig massiv aus, um wirklich große Kräfte zu übertragen! 

 

Mankmil, würdest Du dieses Selbstbau-Werkzeug für den 62mm Radlagersatz/4-Loch-Flansch gegen entsprechenden Obolus verleihen?

 

Danke, Gruß, Achim  [Ecomaster]

 

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@ all: Vielen lieben Dank für die raschen und umfangreichen Antworten und Ratschläge! 

 

Ich werde mir eine Kombination aus allem zusammenstellen, und dabei ganz sicher auch den radseitigen Gelenksatz erneuern, dann ist erstmal alles neu und Ruhe im Kasten bzw. in der Kugel ;-)

 

Ich berichte dann bei Erfolg an dieser Stelle!

 

Nochmals Danke und Gruß,

Achim [Ecomaster]

 

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vor 7 Stunden schrieb Ecomaster:

Mankmil, würdest Du dieses Selbstbau-Werkzeug für den 62mm Radlagersatz/4-Loch-Flansch gegen entsprechenden Obolus verleihen?

 

Ja klar, wichtig ist nur, dass die Teile am Ende ihren Weg nach Hause finden, sonst stehe ich beim nächsten Radlagerwechsel hilflos da. ;)

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vor 9 Minuten schrieb axels:

Ist das Radlagergehäuse des 1.2 mit dem 3L Lupo identisch? 

Da gäbe es reichlich gute Gebrauchtteile.

 

Ja, sofern der Spender die selbe Konfiguration hat: Servo / keine Servo.

Blöd dabei ist, dass die Mehrzahl der A2 mit Servo verkauft wurden, wogegen die Servo beim Lupo eher selten ist.

 

Ein überzähliges Radlagergehäuse mit Servo hätte ich noch da - aber ich müsste schauen um welche Seite es sich handelt.

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Die Rechte, weil die Linke hab ich ?

War auch pipifein sandgestrahlt von dir!

 

Ich würde mit an Stelle des TE auch nicht Zuviel Hoffnung machen dass die Antriebswelle oder das Radlager auch nur annähernd leicht rausgehen weden.  Habe beim rechten 2 Tage vergebens versucht das rauszubekommen. Selbst mit über 20 Tonnen hat sich da nichts bewegt. 
Besser dein Radlagergehäuse nehmen und neues Gelenk rein. 

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vor 3 Stunden schrieb Mankmil:

 

Ja, sofern der Spender die selbe Konfiguration hat: Servo / keine Servo.

Blöd dabei ist, dass die Mehrzahl der A2 mit Servo verkauft wurden, wogegen die Servo beim Lupo eher selten ist.

 

Danke!

Da hab ich mal Glück, dass meiner etwas nackter ist.

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