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[1.2 TDI ANY] Getriebesteuergerät - Softwareänderung


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Geschrieben

Als Multi-ANY Fahrer würde ich gern etwas geändert haben. Und zwar die Software auf dem Getriebesteuergerät.

 

Es gibt da eine meiner Meinung nach völlig sinnfreie Konfiguration / Programmierung die bestimmt für die Hälfte der Liegenbleiber der 3ls verantwortlich ist. Und zwar das permanente Kupplungszupfen.

 

Im Leerlauf, im Stop bei der Ampel, sobald die Zündung an ist, aber kein Motor läuft und vestimmt auch beim Segeln, da weiß ichs aber nicht genau.

 

Paar Minuten Kupplungszupfen lassen KNZ und FüHü mehr verschleißen als hunderte km Überlandfahrt.

Ohne die Funktion gäbe es kaum verreckende KNZs und FüHüs. So ne FüHü geht an keinem normalen Auto kaputt. Nur beim 3l.

 

 

Kennt ihr jemanden der das GSG anpassen kann und diese Funktion da irgendwie rausoperiert kriegt? Nach spätestens 5x zupfen kann er ja einfach aufhören. 

 

An einer Schranke 3 minuten auf den Zug warten sind um die 90x Kupplung treten. Für nix.

 

Geschrieben

Hat denn jemand grundsätzlich überhaupt ne Ahnung davon? Gibt es Dump-Files? Was für ein Prozessor ist da drauf? Kann man das auslesen? Gibt es einen JTAG-Port?

 

Ich bin grundsätzlich auch firm in der hardwarenahen Assemblerprogrammierung und Reverse-Engineering. Aber ohne Vorkenntnisse ist das ein dickes Brett...

 

Die Frage ist, ob sich in diesem Feld überhaupt schon mal jemand betätigt hat oder ob keine Kenntnisse existieren.

Geschrieben
vor 21 Minuten schrieb clekilein:

Irgendwie wurden für die Handschaltungsumbauten Änderungen vorgenommen, d.h. irgendjemand hat da schon mal was gemacht.

 

Wie? Dafür wurden doch Änderungen am Motorsteuergerät gemacht. Fliegt dabei das Getriebesteuergerät nicht komplett raus?

Geschrieben

Ich hatte das irgendwo schon mal zur Diskussion gestellt, da ja Lupo 3L Steuergeräte relativ viele existieren aber für den A2 die Steuergeräte eher selten sind.
Hatte da gefragt, ob sich damit schon mal jemand beschäftigt hat, ob die hardwaremäßig gleich sind und ob man die umflashen könnte. Aber anscheinend wußte das keiner.

  • Nagah änderte den Titel in [1.2 TDI ANY] Getriebesteuergerät - Softwareänderung
Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb Eumeltier:

ob die hardwaremäßig gleich sind

Sind sie. Aber mir ist niemand bekannt, der sich mit dem Auslesen beschäftigt hat.
Wenn man am Ende ein .hex File hat, steht man auch ziemlich hilflos da.

Für den Handschalter-Umbau muss nur dem MSG beigebracht werden, dass es sich wie ein normales EDC15+ verhält und auf die Anwesenheit des ASG verzichten kann.

Geschrieben

Die Frage ist, sind Daten über die CPU bekannt (Befehlssatz, Pinout)? Kann man anhand des Layouts die Pinbelegung nachvollziehen?

 

Wenn der Befehlssatz bekannt ist, dann ist die Programmierung eines Disassemblers erst einmal nur reine Fleißarbeit.

 

Den chaotischen, unkommentierten und mit unbenannten Sprunglabels versehenen Code dann zu verstehen, ist allerdings wieder eine andere Sache. Noch schlimmer wird es, wenn das Steuergerät ursprünglich mal in C programmiert wurde und nun der Code in Assembler vorliegt...

Geschrieben

Ich hab grade ganz spontan einen anderen Ansatz:

 

WENN

   - Gaspedal nicht berührt && Drehzahl des Motors < 900

DANN

   - WENN Bremspedal nicht betätigt

      -- schalte die Ansteuerung der Ventile einfach ab (Segeln: wird durch Gas oder Bremse abgebrochen)

   - WENN Bremspedal betätigt

      - warte 5 Sekunden, schalte die Ventile ab und schalte mit Lösen der Bremse die Ansteuerung wieder durch (Startvorgang / Start-Stop)

 

Zum Segeln wird kein Pedal berührt, die Ansteuerung der Ventile wird abgeschaltet.

 

Zum Starten wird die Bremse getreten, Startvorgang sollte innerhalb von 5 Sekunden funktioniert haben, ansonsten weiter orgeln mit jetzt offener Kupplung. Losfahren dann mit Gasstoß, bzw. durch Zustandsänderung des Bremspedals werden die Signale ja wieder durchgeschaltet.

 

Start-Stop geht nach 3 Sekunden an, nach weiteren 2 Sekunden wird die Ansteuerung pausiert. Mit Lösen der Bremse geht die Ansteuerung wieder und es geht seinen alten Gang.

 

Wäre mit einem weiteren Steuergerät im Geheimfach des Fahrerfußraums automatisiert lösbar. Könnte dann aber sein, dass das Getriebesteuergerät über die fehlenden Wertschwankungen nicht erfreut ist. Testweise könnte man die Ansteuerung erst mal manuell unterbrechen, um die Machbarkeit zu überprüfen/bewerten.

 

Geschrieben

Finde ich gut.

 

Ich fürchte nur, daß

vor 1 Stunde schrieb Frickler:

Könnte dann aber sein, dass das Getriebesteuergerät über die fehlenden Wertschwankungen nicht erfreut ist. 

zu einem Problem führt.

Geschrieben

Für mich fühlt sich das an, als hätte man vergessen das "Verschleißtestbit" zu kippen, weshalb er ständig ungewollt im "Prüfstandsmodus" unterwegs ist. Denn sobald er die Chance hat, macht er diesen Verschleißtest.

 

 

 

Geschrieben

Glaube ich nicht.

 

Man ist da im Autobau einfach "entwicklerhörig" und im Grunde hat das ja auch geklappt. Zielvorgabe für den A2 wird wahrscheinlich 250 tkm Sollbetriebszeit bis Ausfall sein und dann geht man eben statistisch davon aus dass es ab 200 tkm losgeht mit den ersten Schäden

 

Und das tut es ja auch. Dass man ggf. mit anderen Strategien 350 tkm erreichen könnte, ist keine Zielvorgabe.

 

Das VW DSG kuppelt zB andauernd zum Segeln aus. Gleichzeitg simuliert das trockene DSG das Kriechen einer alten Automatik. Beides nicht verschleißvermeidend ;)

Geschrieben (bearbeitet)

Ich könnte mir vorstellen, dass das ganze etwas komplizierter ist, weil der N255 ein Proportionalventil ist. Das bedeutet, es gibt keinen konstanten Stromwert, den das Getriebesteuergerät dem N255 würde liefern können, um die Kupplung geöffnet in Position zu halten. Die geöffnete Kupplungsstellung ist daher labil und kann nur über Korrekturen gehalten werden. Die Kupplung einfach zugehen zu lassen, wenn das Steuergerät aber der Meinung ist, sie hat offen zu sein, davon wäre das Steuergerät erst einmal zu überzeugen... Da sind viele, sehr wahrscheinlich auch berechtigte Prüfrutinen, die das zu verhindern wüssten. 

 

Den Verschleiß der Führungshülse führe ich allerdings sowieso  eher auf ein anderes Phänomen zurück: Der KNZ hält mit seiner internen Feder das Aurücklager ständig an den Tellerfedern. Das Ausrücklager läuft immer mit und eiert um die Führungshülse herum.

Um das abzustellen, habe ich einen Versuch hinter mir:  So wurde versucht, mit einer passenden Feder den Kupplungsaurückhebel zurück zu ziehen, so dass eingekuppelt das Ausrücklager etwas Abstand von der Tellerfeder bekäme. Leider bedeutet diese Feder eine zusätzliche Kraft, die der KNZ ausüben muss, die Kupplung zu öffnen. Damit geriet die Stromaufnahme des N255 aus den normalen Werten, was bedeutete, dass der N255 auch mechanisch nicht mehr in der Mitte seines konstruktionsbedingten Regelbereichs arbeiten konnte.  Die Prüfrutinen der Getriebe-Grundeinstellung wollten da nicht mit ziehen. 

Bearbeitet von 3LFan
Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb 3LFan:

Den Verschleiß der Führungshülse führe ich allerdings sowieso  eher auf ein anderes Phänomen zurück: Der KNZ hält mit seiner internen Feder das Aurücklager ständig an den Tellerfedern. Das Ausrücklager läuft immer mit und eiert um die Führungshülse herum.

 

 

ich hab während des zupfens mal mein Endoskop reingehalten.  (Wie kann ichn hier ein Video einstellen?)

Da sieht man schön wie er immer auf der vorderen Stelle der Fühü rumschiebt. Und das ist auch die Stelle die dann als erstes hinüber ist. Die Stelle wo er im Kupplung-geschlossen ist, ist weiter hinten.

Geschrieben

Trotzdem glaube ich, dass das Eiern in Motordrehzahl ein viel größerer Faktor ist, auch und gerade bei betätigter Kupplung. Das Hin- und Her verteilt da eher noch die Verschleißzone, was die Lebensdauer vielleicht sogar etwas wieder erhöht. Aber ich weiß, das ist alles nur Spekulation.

  • 1 Jahr später...
Geschrieben (bearbeitet)

Ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Hard- und Software des A2 1.2TDI / Lupo 3L Getriebesteuergerätes.


Das "Digimat"-Steuergerät, das mit dem automatisierten Schaltgetriebe verbaut wird, ist eine komplette Eigenentwicklung von VW. Es wurde von mindestens zwei Herstellern (Siemens und Hella, ggf. noch weitere) hergestellt. Alle haben das gleiche charakteristische Gehäuse mit den Rippen und den gleichen 68-poligen Steckverbinder. Die Hardware ist recht simpel und ist im Prinzip ein universelles Steuergerät mit (beschränkter) CAN-Bus-Fähigkeit, ein paar nach Masse und ein paar nach Plus schaltenden Ausgängen (drei davon mit Strommessung), sowie ein paar Analog- und Digitaleingängen. Ob es unterschiedliche und nicht kompatible Hardware-Versionen (oder Konfigurationen mit unterschiedlicher Bestückung) gibt, weiß ich nicht. Die Hardware des Getriebesteuergeräts taucht in ähnlicher Form in mehreren SSP auf, ab etwa 1995.

 

Die Software für "unser" Getriebe ist auf jeden Fall deutlich unterschiedlich zu der Software der normalen Wandlerautomaten, obwohl die grundlegenden "Hardwaretreiber" und das "Betriebssystem" natürlich ähnlich sind.

 

Es gibt die Möglichkeit, eine neue Software über K-Line (CAN ziemlich sicher nicht) zu flashen. Es wird ein völlig anderes Protokoll als für die Diagnose verwendet und es sind zwei recht lange Passwörter nötig. Das Flashen ist nicht ganz ungefährlich, weil das Steuergerät den recht kompakten Code für das Flashen in das RAM kopiert und von dort ausführt. Als erster Schritt wird der Flash komplett gelöscht. Sollte beim Programmieren also etwas schief gehen oder die Stromversorgung ausfallen, hat man nur noch einen nutzlosen schwarzen Backstein. Ob es eine von außen ohne Löten zugängliche Möglichkeit gibt, Software auf das Steuergerät aufzuspielen (ggf. außerhalb des Fahrzeugs mit einer speziellen Pinbelegung), untersuche ich noch.

Motivation für das ganze sind ein paar "Bugs" oder spezielle "Features" der Software - hier will ich verstehen, warum es so ist, wie es ist.

Bearbeitet von leiseflieger
Geschrieben
vor 57 Minuten schrieb leiseflieger:

Motivation für das ganze sind ein paar "Bugs" oder spezielle "Features" der Software - hier will ich verstehen, warum es so ist, wie es ist.

Kannst Du beschreiben, was Du damit konkret meinst?

Geschrieben (bearbeitet)

Klar:
 

  • Wenn man anfährt und dann direkt wieder vom Gas geht, hat man beim anschließenden Beschleunigen eine sehr stark schleifende Kupplung. Das ist vielleicht ein extra Modus, könnte aber auch ein Fehler sein. Es nervt mich jedenfalls. Klassischer Auslöser: Die Ampel wird grün, man setzt sich in Bewegung, der vor einem pennt aber und fährt nicht los.
  • In ganz bestimmten Fahrzuständen (noch keine Ahnung, wie man die reproduziert) will das Getriebe einfach nicht hochschalten, sondern lässt mich eine ganze Weile bei hoher Drehzahl verhungern. Manuelles Hochschalten ist sofort möglich. Letzteres spricht für einen Bug und dagegen, dass Gangwechsel aus einem nachvollziehbaren Grund gerade gesperrt sind.
  • Das Runterschalt-Einkuppel-Verhalten beim Bremsen und Anhalten finde ich nicht optimal gelöst - von mir aus könnte gerne spätestens beim zweiten Gang Schluss sein und der erste Gang erst im Stand eingelegt werden. Das ist aber sicherlich Geschmackssache.
  • Wenn man während der Fahrt den Wählhebel auf N stellt und noch im Rollen wieder auf E, scheint die Kupplung einfach hart eine Rampe zu fahren, anstatt wie sonst sanft den Schlupf wegzuregeln. Es gibt also ein unnötig hartes Einkuppeln. Das finde ich schade, weil ich im Fahrbetrieb öfter Situationen habe, wo ich bewusst trotz Fuß auf der Bremse nicht einkuppeln möchte (siehe auch vorheriger Punkt). Diesen Punkt habe ich schon ein bisschen untersucht, er würde sich leider nicht ganz so einfach beheben lassen.
  • Mich interessiert, ob es bei Fuß auf der Bremse und durch Start/Stopp abgestellten Motor irgendein Kriterium gibt, den Motor entweder wieder anzulassen oder den Fahrbetrieb zu beenden, beispielsweise bei leerer Batterie oder einfach durch einen sehr langen Timeout. Das SSP schweigt sich dazu aus, aber so richtig vorstellen kann ich mir auch nicht, dass da nicht dran gedacht wurde. Gerade im Winter bei älteren Fahrzeugen mit schwacher Batterie kann es da schnell zu Problemen kommen.
  • Wie oben erwähnt: Gibt es einen nachvollziehbaren Grund für die Modulation der Kupplungsposition "offen"? Wird da irgendetwas überwacht, oder gibt es Hinweise, dass es technisch notwendig ist?

 

Und noch vieles mehr... Ich würde auch gerne nachvollziehen, was bei dem Software-Update für die frühen Lupo 3L konkret geändert wurde, um die "Komfortbeanstandungen" zu lösen.

Bearbeitet von leiseflieger
Geschrieben

Viele dieser Eigenschaften sind natürlich jetzt bei unseren älteren Fahrzeugen mit verschlissenen Motorlagern, mehr Spiel im Antriebsstrang und nicht mehr nagelneuen Synchronringen im Getriebe deutlicher zu spüren als vor 20 Jahren.

Geschrieben
Am 3.6.2025 um 14:18 schrieb 3LFan:

Um das abzustellen, habe ich einen Versuch hinter mir:  So wurde versucht, mit einer passenden Feder den Kupplungsaurückhebel zurück zu ziehen, so dass eingekuppelt das Ausrücklager etwas Abstand von der Tellerfeder bekäme. Leider bedeutet diese Feder eine zusätzliche Kraft, die der KNZ ausüben muss, die Kupplung zu öffnen. Damit geriet die Stromaufnahme des N255 aus den normalen Werten, was bedeutete, dass der N255 auch mechanisch nicht mehr in der Mitte seines konstruktionsbedingten Regelbereichs arbeiten konnte.  Die Prüfrutinen der Getriebe-Grundeinstellung wollten da nicht mit ziehen. 

 

Ich meine mich zu erinnern, dass irgendwo explizit steht, dass keine Feder installiert sein darf, weil die die Kupplungsregelung beeinträchtigt. Neue und Austauschgetriebe werden nämlich mit so einer Feder geliefert, damit das Ausrücklager bei der Installation nicht rausfällt. Die muss nach Einbau entfernt werden.

Geschrieben

Der größte Gewinn einer Software-Anpasung wäre, wenn man dem Steuergerät ordentliche Fehlermeldungen (gerade während der Grundeinstellung) beibringen würde.

Allerdings hatte ich im Studium ein wenig mit Steuergeräte-Programmierung zu tun. Damals wurden die Funktionen bspw. in Matlab mit grafischen Blöcken zusammengestöpselt und dann für das Steuergerät compiliert. 
Mir ist nicht bekannt, dass bzw. ob man das decompilieren kann, um bequem an den Funktionsblöcken zu optimieren.

Ich bin gespannt und wünsche Dir viel Erfolg.

Geschrieben

Modellbasierte Entwicklung kam vermutlich erst später. Bisher habe ich keine Anzeichen dafür gefunden. So oder so ist es viel Arbeit. Wie weit meine Motivation reicht, werden wir sehen :)

 

Ich habe tatsächlich auch schon drüber nachgedacht, eine Software für ein "Prüfstands-Steuergerät" zu bauen, mit dem man die Systemkomponenten vernünftig außerhalb des Fahrzeugs testen kann. Für den KNZ würde dann eine Halterung und eine kräftige Feder reichen, um den auf Herz und Nieren zu testen, zusammen mit dem N255 in der Hydraulikeinheit. Ich gebe dir recht, bei der Diagnose und den Fehlermeldungen haben sie wirklich gespart. Es ist noch jede Menge Platz im Flash...

Geschrieben
vor 41 Minuten schrieb leiseflieger:

Ich gebe dir recht, bei der Diagnose und den Fehlermeldungen haben sie wirklich gespart.

 

Das fällt mir auch immer wieder auf. Die Kupplung wird nicht gezogen oder das KI zeigt in der Ganganzeige nicht das an, was man erwartet. Also weiß das Getriebesteuergerät, daß etwas nicht stimmt und verweigert die Funktion.
Aber der Fehlerspeicher ist leer. Das ist irgendwie unbefriedigend. Als ob das Steuergerät noch eine Beta-Version ist.

Geschrieben

Es gibt verschiedene abgestufte Notlauf-Zustände (von "springt in P nicht mehr an" bis "Ganganzeige blinkt und nicht mal die Hydraulikpumpe wird angesteuert"). Wenigstens die Tatsache, dass das Steuergerät im Notlauf ist und warum, hätte man mit Fehlercodes ausstatten können.

Geschrieben

Was braucht man eigentlich für Equipment, um das Steuergerät auszulesen bzw. die Software in einem für den Menschen verständlichen Output zu bringen?

Geschrieben

Im Prinzip reicht Löt-Equipment und ein Flash-Programmiergerät mit passendem Adapter für den jeweiligen Chip.

Um die Software zu analysieren reicht ein Disassembler und viel Zeit. Allerdings muss man erst die Hardware im Detail analysieren. Das braucht man um zu verstehen, über welche Register und Ports der Controller beispielsweise das N255 ansteuert und wo und mit welcher Skalierung die Strommessung wieder zurückkommt...

Geschrieben

Die Pendelbewegung der Kupplung im offenen Zustand ist sehr wahrscheinlich technisch notwendig - zumindest bei dem gegebenen hydraulischen Design.


Warum? Das N255 wird mit einem Strom angesteuert und bewegt sich dann entsprechend der magnetischen Kraft gegen Reibungs- und Druckkräfte im System. Eine direkte Positionsrückführung des N255 gibt es nicht - das Steuergerät kann nur die Bewegung des KNZ als Reaktion beobachten. Das Ventil hat drei relevante Stellungen: "KNZ mit Druckseite verbinden", "Totbereich", "KNZ mit druckloser Seite verbinden". Man kann sich leicht vorstellen, dass die Regelung aus einem breiten Totbereich und zwei scharfen Übergängen zu "Kupplung öffnen" und "Kupplung schließen" nicht ganz einfach ist. Das Steuergerät muss den nötigen N255-Strom (für beide Schaltschwellen) vorab ungefähr kennen und ständig nachführen. Dieser ist von zahlreichen Umgebungsbedingungen abhängig und verändert sich auch durch Verschleiß ständig.

Ein Öffnen der Kupplung ist relativ unkritisch - einfach voll aufsteuern und kurz vor dem gelernten Anschlag abbremsen. Wenn man stundenlang auf der Autobahn im 5. Gang unterwegs ist, brauchen die genauen Schaltschwellen vom N255 nicht nachgeführt werden.

Das Einkuppeln dagegen ist für den Fahrkomfort sehr relevant. Damit es schnell und trotzdem ohne  Ruckeln geht, muss die Kupplung schnell kurz vor den Schleifpunkt geführt werden und dann kann der Schlupfregler mit zwei unterschiedlichen Strategien für Anfahren oder Gangwechsel übernehmen. Dafür müssen die aktuellen Schaltschwellen des N255 sehr genau bekannt sein. Deshalb greift der Adaptionsalgorithmus immer bei offener Kupplung ein.

Soweit zumindest meine aktuelle Arbeitshypothese.

Wenn man diese Funktion aus der Software entfernen würde, käme es vermutlich zu deutlichen Komforteinbußen, ggf. würde das Steuergerät auch nach einiger Zeit iin den Notlauf gehen.

Geschrieben
vor 56 Minuten schrieb leiseflieger:

Soweit zumindest meine aktuelle Arbeitshypothese

Das würde dem Verhalten in D widersprechen. In N pulst er, in D hält er den KNZ starr kurz vor dem Schleifpunkt, um schnelles Anfahren zu ermöglichen. 

 

Es muss dafür einen Grund geben, denn nichts wäre in einem hydraulischen System einfacher, als den KNZ mit Öl zu füllen und das Ventil zu schließen. Der Zustand bliebe dann bis in alle Ewigkeit so. 

 

Klarer Unterschied zwischen D (KNZ statisch) und N (pulsend), ist, dass in D ein Gang eingelegt ist. 

Vielleicht hilft das bei einer Erklärung. 

Geschrieben

Das würde in der Tat meiner Theorie widersprechen.

Es gibt in der Software diverse Sperrbedingungen für das Pulsen, die ich nocht nicht komplett zurückverfolgt habe. Ich schaue mal, ob ich eine direkte Verknüpfung mit der Wählhebelstellung finde. Auf jeden Fall wird das Pulsen durch jegliche Gangstelleraktion gesperrt - nachvollziehbar, weil es hier Drucksprünge im Hydrauliksystem gibt.

Geschrieben

Ich hatte bei der Hydraulik immer erwartet,  dass das N255 seriell arbeitet also der Gangsteller erst Öldruck bekommt,  wenn der KNZ voll angezogen ist. Aber scheinbar ist das nicht so, auch.

 

Der Sinn vom Pulsen erschließt sich mir nicht. Zumal die Kupplungsbetätigung fast verlustfrei erfolgt. Der Öldruck au dem KNZ wird fast 100% zurück in den Druckspeicher recycelt. Drukabfall entsteht sichtbar an den Werten des Druckgebers im wesentlichen durch Gangwechsel.

Geschrieben

Das Pulsen ist aufwändig implementiert und man erkennt eindeutig, dass die woanders berechnete Kupplungs-Sollposition damit überlagert wird. Es werden auch nachvollziehbar Adaptionswerte für N255 gebildet und auch im EEPROM gespeichert. Das muss einen technischen Grund haben, sonst hätte man sich den Aufwand nicht gemacht. Auch bei der GGE werden als erstes die Schaltschwellen vom N255 gesucht. Ergibt ja auch Sinn.

Wozu das ganze dient und warum es nur in bestimmten Betriebzuständen aktiv ist, würde mich wirklich interessieren. Ich forsche weiter, aber alleine die Kupplungsregelung ist deutlich komplexer als erwartet.

Geschrieben (bearbeitet)
Am 2.8.2026 um 23:50 schrieb leiseflieger:

Wenn man anfährt und dann direkt wieder vom Gas geht, hat man beim anschließenden Beschleunigen eine sehr stark schleifende Kupplung.

 

Das macht meiner nicht! 

 

Am 2.8.2026 um 23:50 schrieb leiseflieger:

Wenn man während der Fahrt den Wählhebel auf N stellt und noch im Rollen wieder auf E, scheint die Kupplung einfach hart eine Rampe zu fahren, anstatt wie sonst sanft den Schlupf wegzuregeln. Es gibt also ein unnötig hartes Einkuppeln.

 

Das macht meiner nicht, kuppelt butterweich ein.

 

Am 2.8.2026 um 23:50 schrieb leiseflieger:

In ganz bestimmten Fahrzuständen (noch keine Ahnung, wie man die reproduziert) will das Getriebe einfach nicht hochschalten, sondern lässt mich eine ganze Weile bei hoher Drehzahl verhungern.

 

Das macht meiner auch, selbst Kickdown geht dann nicht. 

Bearbeitet von A2 HL jense
Geschrieben
vor 22 Stunden schrieb A2 HL jense:

Das macht meiner auch, selbst Kickdown geht dann nicht. 


Weißt du, ob das Problem bei ECO an oder aus auftritt? Ich kann es nicht sicher sagen.

Bei ECO aus kann der vom Steuergerät berechnete Sportfaktor den Schaltpunkt vom ersten zum zweiten Gang von 17 km/h auf 33 km/h verschieben. Im ECO-Modus bleibt es unabhängig vom Sportfaktor bei 13 km/h, sofern man nicht sehr viel Gas gibt. Ich vermute, dass dieses Phänomen mit dem Sportfaktor zusammenhängt, der vielleicht unter  bestimmten Bedingungen fälschlicherweise sehr hoch wird. In der 30er-Zone würde man dann solange im ersten Gang bleiben, bis der Sportfaktor wieder abfällt. Das kann etliche Sekunden dauern.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 23 Minuten schrieb leiseflieger:

Weißt du, ob das Problem bei ECO an oder aus auftritt? Ich kann es nicht sicher sagen.

Eco an, bei mit ist immer Eco an, sobald die Öltemperatur sich Gen 40° bewegt.

Bearbeitet von A2 HL jense
Geschrieben
vor 40 Minuten schrieb A2 HL jense:

Eco an, bei mit ist immer Eco an, sobald die Öltemperatur sich Gen 40° bewegt.

Ich lasse ECO auch fast immer an. Die Schaltschwellen im  Nicht-ECO-Modus finde ich unerträglich. Das Phänomen des Festhängens in einem niedrigen Gang tritt selten auf, so dass es schwierig zu beobachten ist. Der Sport-Faktor wäre ein gute Erklärung, aber der spielt im ECO-Modus definitiv keine Rolle.

Geschrieben (bearbeitet)

Das ist ein interner Rechenwert des Getriebesteuergerätes, der die Schaltpunkte verschiebt. Quasi wie dynamisch der Fahrer ist. Ein wesentlicher Faktor, der in die Berechnung eingeht, ist wie schnell du das Gaspedal runtertrittst.

Du kannst das ganze im Messwertblock 021 (3. Feld) beobachten. Der Wert geht von 0 bis 100%. Ein paar mal das Gaspedal schnell pumpen, und du bist bei 100%. Wenn du eine Weile ohne Aktion am Gaspedal wartest, wird der Wert langsam abgebaut.

VW hat das in SSP172 ein bisschen beschrieben - der ECO/Sport-Schalter, den es früher bei Automatikgetrieben gab, wurde durch die Gaspedalauswertung ersetzt. Unser Getriebesteuergerät benutzt den gleichen Algorithmus. Allerdings wird wie gesagt im ECO-Modus der Sportfaktor überhaupt nicht berücksichtigt.

Bearbeitet von leiseflieger
Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb leiseflieger:

Allerdings wird wie gesagt im ECO-Modus der Sportfaktor überhaupt nicht berücksichtigt.

Wie ist das zu verstehen?

Ich komme regelmäßig in die Verlegenheit fremde 3L zu fahren und ich kann sagen, dass sich die Kisten extrem an den Fahrer anpassen. Wenn ich einen super sparsam gefahrenen 3L fahre, dann fällt mir auf wie erschreckend früh hoch geschaltet wird und dass oft Gänge übersprungen werden. Bspw von 1 direkt in 3 oder von 2 in 4.

 

Das kann ich mir nur von einer Adaption über längere Zeit erklären. 

Geschrieben

Also bis auf jede einzelne Codezeile habe ich das noch nicht untersucht, aber nach aktuellem Stand halte ich es für ziemlich sicher ausgeschlossen, dass eine Adaption stattfindet, die einzelne Fahrzyklen (Zündung aus/an) überdauert. Alle Faktoren, die die Gangwahl beeinflussen, sind im MWB021 sichtbar und können experimentell überprüft werden. Bei mir startet vor jedem Fahrzyklus alles bei Null. Und der Sportfaktor baut sich nach einer Exponentialfunktion mit einer Halbwertszeit von ungefähr 20-25 Sekunden ab - also weit weg von einer dauerhaften Adaption.

Ich muss aber dazusagen, dass ich aktuell ein 6N0 927 735 F auf dem Seziertisch habe und aus dem stammt auch die Software, die ich untersuche. Also ein Lupo 3L. Meines Wissens wurde während der gesamten Laufzeit nur das -D im Audi A2 verbaut. Das kommt später dran. Weiß hier jemand, ob es beim A2 auch unterschiedliche Softwarestände gibt wie für den Lupo 3L? Wenn sich verschiedene A2 (ggf. mit/ohne Servolenkung, Klima etc.) unterschiedlich verhalten, würde ich die Unterschiede am ehesten da suchen.


Den Gangwahl-Algorithmus habe ich jetzt denke ich ganz gut verstanden - besteht hier Interesse daran, das mal aufzudröseln?

Geschrieben

Es gibt doch zumindest die Unterschiede der Startfreigabe:

1. Startfreigabe, wenn genügend Hydraulikdruck da ist für die Kupplung, eventuell kann man dann noch nicht sofort losfahren, da noch kein Gang eingelegt wird.

 

2. Startfreigabe erst, sobald genügend Hydraulikdruck auch für den Gangsteller da ist. Dauert bißchen länger, dafür kann man dann gleich losfahren.

Geschrieben

Ja richtig, es gibt 2 Softwarestände. Irgendwann 2002 gab es eine Umstellung. Das lässt sich nur am aufgedruckten Datum unterscheiden. 

 

Nach meinen Live Tests hält die Adaption an einen Fahrer einige Zeit., also wir sprechen über mehr als 1 Woche und mehr als 100km.

Geschrieben

Der Softwarestand in meinen beiden A2 ist 3081. Unter MWB06 steht noch "A30XX.000 27.04.01 11:47 00.00.00", was zum Modelljahr passt. Es würde mich sehr interessieren, ob es weitere Softwarestände gibt und was die jeweiligen Unterschiede sind. Unterschiedliche Kriterien für die Startfreigabe wären schonmal ein Anhaltspunkt, den man in der Software finden müsste. Sind diese Unterschiede gesichert?

Das Lupo-3L-Steuergerät, das ich gerade untersuche (-F), hatte den Softwarestand 1371 und unter MWB06 hätte es "V13XX.000 17.10.00 13:52 00.00.01" ausgegeben. Beim Lupo 3L sind mehrere Software-Stände und sogar eine stille Service-Aktion zum Softwareupdate bekannt.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Mankmil:

Nach meinen Live Tests hält die Adaption an einen Fahrer einige Zeit., also wir sprechen über mehr als 1 Woche und mehr als 100km.


Das müsste dann aber eine neue Funktion sein, die in einem späteren Softwarestand  dazugekommen ist.

Würde mich aber ehrlich gesagt wundern, wenn sich das bestätigen sollte. Das Digimat 2.1 ist Technik aus Mitte/Ende der 90er, da war EEPROM-Speicherplatz wirklich knapp. Ganze 640 Byte stehen für die Speicherung von Adaptionswerten zur Verfügung. In das Flash schreibt das Steuergerät im normalen Betrieb nicht, und das SRAM ist nach Zündung aus und Nachlauf weg. Die Fahrer-Adaptionswerte, die intern zu einem Sportfaktor verrechnet werden, werden explizit bei Zündung an auf 0 initialisiert.

Geschrieben (bearbeitet)

Was bei dem Thema eine Zentrale Rolle spielen dürfte, ist die Drehmomentkurve des Motors. Der nächst höhere Gang wird erst eingelegt, wenn sicher gestellt ist, dass das Drehmoment des Motors im höheren Gang auch trotz niedrigerer Drehzahl noch ausreicht, weiter zu beschleunigen.

Dem Verhalten nach scheint mir auch der Neigungssensor die hysteresierten Schaltpunkte zu verschieben. Der Hauptfaktor scheint mir aber die Gaspedalstellung zu sein. 

Mein 1.2er hat eine Anhängerkupplung, die ich viel nutze. Sobald eine gute Last angehängt ist, liegen die Schaltpunkte sofort deutlich höher, merken kann das Auto das nur an der höheren Gaspedalstellung beim Anfahren. Ist eine Geschwindigkeit erreicht, in der Ebene oder leicht bergab, ist trotz der Anhängelast alles wie gewohnt. Dann schaltet der auch bei guten 50 in fünften Gang. Die Fahrten mit Anhänger ergeben aber insgesamt ein ganz anderes Fahrprofil. Hänge ich den Anhänger ab, auch ohne den Motor aus gemacht zu haben, ist alles beim alten, so als wäre nie ein Anhänger dran gewesen.

Ich folgere daraus, dass da keine Profile gespeichert werden. 

Insgesamt empfinde ich das System als erstaunlich gut gelungen. Ich kritisiere ganz andere Punkte:

* Wird aktuell bei ausgeschaltetem ECO ein Drehmoment gefahren, welches über dem maximalen Drehmoment in ECO liegt, darf nicht in ECO zurückgeschaltet werden. Das führt unweigerlich zu einem kurzen Notlauf. Diese Situation hatte man zwar scheinbar auf dem Schirm, als man das Prozedere dieses kurzen Notlaufs programmiert hat, aber warum wurde nicht einfach programmiert, den ECO OFF Modus zu halten, bis das Drehmoment mal den Bereich des ECO´s erreicht. Diesen Punkt habe ich aber selbst behoben, indirekt über das ECO- Zusatzsteuergerät, von dem ich hier an anderer Stelle berichtet habe.

* Dann ist da die Verzögerung beim Anfahren aus dem Stand. Ich kenne Fahrer, die geben immer zu viel Gas, weil sie glauben, dann verkürzt sich die Zeit. Tut sie aber nicht und das wird dann beim Einkuppeln mit kurz durchdrehenden Reifen quittiert. Das geht dann ganz besonders auf das berühmte Lager im Getriebe. Muss diese Verzögerung wirklich so lang sein?

* Wenn im Autobahnstau kurz angefahren wird, es aber nicht richtig los geht bevor die Kupplung geschlossen wurde, kommt das oben beschriebenen Phänomen der erneut schleifenden Kupplung. Kurz vom Gas gehen und erneutes vorsichtiges Gasgeben behebt diesen Zustand. Könnte mir vorstellen, dass ist einem komfortablerem Wiedereinkuppeln in diesen Situationen geschuldet. Wie sich das verhalten würde, wenn es weg programmiert würde? Ich weiß es nicht.

* Dann ist da noch das so erbärmlich langsame Schalten bei aktiviertem Tempomat. Auch die Schaltpunkte sind dann nicht mehr logisch. Warum wird nicht wie gewohnt geschaltet?

Bearbeitet von 3LFan
Geschrieben

Meine Vermutung mit dem langsamen schalten im Tempomat Modus liegt daran, dass der Gaspedal Wert 0 % ist. Habe da auch schon mal etwas experimentiert, da es im Motorsteuergerät ein kennfeld für das inverse Farbpedal gibt

Geschrieben
vor 49 Minuten schrieb jungerA2ler:

dass der Gaspedal Wert 0 % ist.


Das ist exakt das Problem. Bei mir liegt der Gaspedalweg mit GRA an fest bei 19%, aber auch damit schaltet das Getriebe nicht ordentlich. Es denkt nämlich, du würdest mit der Tempomatgeschwindigkeit bergab rollen und brauchst ganz wenig Gas. Entsprechend weit unten sind die Schaltpunkte.

Damit es vernünftig funktioniert, muss genau das inverse Kennfeld ausgefüllt werden. Ich kann aber mit GRA auch manuell schalten. Die Schaltpausen sind dann zwar viel länger als sonst, aber es geht halbwegs.

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb 3LFan:

Was bei dem Thema eine Zentrale Rolle spielen dürfte, ist die Drehmomentkurve des Motors. Der nächst höhere Gang wird erst eingelegt, wenn sicher gestellt ist, dass das Drehmoment des Motors im höheren Gang auch trotz niedrigerer Drehzahl noch ausreicht, weiter zu beschleunigen.

Dem Verhalten nach scheint mir auch der Neigungssensor die hysteresierten Schaltpunkte zu verschieben. Der Hauptfaktor scheint mir aber die Gaspedalstellung zu sein. 

Mein 1.2er hat eine Anhängerkupplung, die ich viel nutze. Sobald eine gute Last angehängt ist, liegen die Schaltpunkte sofort deutlich höher, merken kann das Auto das nur an der höheren Gaspedalstellung beim Anfahren. Ist eine Geschwindigkeit erreicht, in der Ebene oder leicht bergab, ist trotz der Anhängelast alles wie gewohnt. Dann schaltet der auch bei guten 50 in fünften Gang. Die Fahrten mit Anhänger ergeben aber insgesamt ein ganz anderes Fahrprofil. Hänge ich den Anhänger ab, auch ohne den Motor aus gemacht zu haben, ist alles beim alten, so als wäre nie ein Anhänger dran gewesen.

Ich folgere daraus, dass da keine Profile gespeichert werden

 

Du hast das Verhalten sehr gut beobachtet und es deckt sich auch ziemlich gut mit dem Gangwahlalgorithmus, den ich in dem -F Steuergerät gefunden habe. Nur im Detail ist die Herkunft der Parameter etwas anders, als von dir beschrieben.

Grundsätzlich ist es so, dass es 8 feste Schaltkennfelder gibt. Die Kennfelder haben die Achsen Fahrgeschwindigkeit und Gaspedalstellung und beinhalten die Schaltpunkte für alle fünf Vorwärtsgänge, jeweils getrennt für Hoch- und Runterschalten. Die Hysterese ist bei den Gängen leicht unterschiedlich.

Folgende Kennfelder gibt es:

  • ECO Basis 
  • ECO Sport
  • ECO Steigung
  • ECO Gefälle
  • Normal Basis
  • Normal Sport
  • Normal Steigung
  • Normal Gefälle

Das Getriebe interpoliert zwischen den Basis-, Sport-, Steigungs- und Gefälle-Kennfeldern je nach Fahrzustad. Der Fahrzustand wird durch "Bergfaktor" und "Sportfaktor" beschrieben. Das heißt, auf ebener Strecke und bei einem sehr ruhigen Fahrer sind nur die drei Haupteingänge ECO an/aus, Fahrgeschwindigkeit und Gaspedalstellung relevant und es werden die Schaltpunkte aus dem Basiskennfeld verwendet. Bei einem sehr sportlichen Fahrer mit 100% Sportfaktor wird das Sportkennfeld verwendet, bei 50% Sportfaktor entsprechend genau die Mitte zwischen Basis- und Sportkennfeld.

Der Sportfaktor wird über "Fuzzy Logic" (wie im SSP172 beschrieben) berechnet. Der größte Treiber ist die differenzierte Gaspedalstellung, d.h. wie sehr hat sich das Gaspedal seit dem letzten Zyklus verändert. Man könnte auch "Gaspedaltretgeschwindigkeit" sagen. Der Sportfaktor wird beim Segeln oder an einem Ampelstopp festgehalten und baut sich ansonsten langsam anhand einer Exponentialfunktion ab. Die Historie aus dem aktuellen Fahrzyklus geht auch in den aktuellen Sportfaktor mit ein. Man muss aber die ganze Zeit hektisch mit dem Gaspedal umgehen, um einen hohen Sportfaktor dauerhaft zu halten. Im EEPROM persistiert wird nichts, das heißt das Steuergerät startet einen neuen Fahrzyklus immer mit Sportfaktor 0%.

Eine Besonderheit vom ECO-Modus ist, dass das Sportkennfeld 1:1 dem Basiskennfeld entspricht. Indirekt führt das dazu, dass der Sportfaktor im ECO-Modus zwar vom Steuergerät auch berechnet wird, die Schaltpunkte aber gar nicht beeinflusst. Das deckt sich auch mit meiner Beobachtung.

Das Einblenden der Steigungs- und Gefällekennfelder funktioniert wie folgt: Das Steuergerät berechnet aus ein paar vom MSG über CAN erhaltenen und eigenen Daten ständig so etwas wie den Fahrwiderstand. Der Neigungssensor geht nicht ein. Dafür werden Motormoment, Übersetzungsverhältnis des aktuell eingelegten Ganges, Änderung der Fahrgeschwindigkeit (also Beschleunigung oder Verzögerung) und ein quadratischer Geschwindigkeitsterm (Luftwiderstand) in eine wahrgenommene "Steigung" umgerechnet. In Anführungszeichen deshalb, weil ein Zusatzwiderstand (Anhänger, Beladung) zu einer höheren gerechneten Steigung führt, als die Fahrbahn tatsächlich steigt. Dieser Steigungswert folgt dem Fahrbahnprofil direkt und zeigt auch größere Bodenwellen an. Der Wert wird übrigens beim Betätigen der Bremse festgehalten, weil das Steuergerät nicht wissen kann, welchen Anteil dein Bremsen an der festgestellten Verzögerung hat. Deshalb funktioniert diese Berechnungsmethode beim Bremsen nicht.

Aus der "Steigung" berechnet das GSG einen "Bergfaktor", der stark gefiltert ist und sich deshalb nicht so schnell ändert. Er enthält sozusagen auch ein bisschen Historie der letzten Sekunden. Er bildet aber sehr gut ab, wenn du einen steilen Berg oder ein Gefälle fährst.

Das Vorzeichen von Steigung bestimmt, ob das Steigungs- oder Gefällekennfeld eingeblendet wird und der Bergfaktor, wie stark es gewichtet wird. Das Gefällekennfeld führt aber nicht dazu, dass bei Bergabfahrten und ruhigem Gaspedal noch viel früher geschaltet wird als sonst. Es neutralisiert bei Gefälle eher die über den Sportfaktor nach oben geschobenen Schaltpunkte und bleibt ansonsten nahe beim Basiskennfeld.

Mit diesem Algorithmus berechnet das Getriebesteuergerät ständig einen Gangkandidaten. Wenn dieser Gangkandidat...

  • ein paar Zyklen hintereinander stabil ist,
  • keine Drehzahlgrenze verletzt (zu niedrig oder zu hoch) und
  • der Hydraulikdruck ausreichend für einen Gangwechsel ist,

dann wird der neue Gang eingelegt.

Steigung, Bergfaktor, Sportfaktor und Gaspedalstellung lassen sich im MWB021 live beobachten.

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb 3LFan:

Insgesamt empfinde ich das System als erstaunlich gut gelungen. Ich kritisiere ganz andere Punkte:

* Wird aktuell bei ausgeschaltetem ECO ein Drehmoment gefahren, welches über dem maximalen Drehmoment in ECO liegt, darf nicht in ECO zurückgeschaltet werden. Das führt unweigerlich zu einem kurzen Notlauf. Diese Situation hatte man zwar scheinbar auf dem Schirm, als man das Prozedere dieses kurzen Notlaufs programmiert hat, aber warum wurde nicht einfach programmiert, den ECO OFF Modus zu halten, bis das Drehmoment mal den Bereich des ECO´s erreicht. Diesen Punkt habe ich aber selbst behoben, indirekt über das ECO- Zusatzsteuergerät, von dem ich hier an anderer Stelle berichtet habe.

* Dann ist da die Verzögerung beim Anfahren aus dem Stand. Ich kenne Fahrer, die geben immer zu viel Gas, weil sie glauben, dann verkürzt sich die Zeit. Tut sie aber nicht und das wird dann beim Einkuppeln mit kurz durchdrehenden Reifen quittiert. Das geht dann ganz besonders auf das berühmte Lager im Getriebe. Muss diese Verzögerung wirklich so lang sein?

* Wenn im Autobahnstau kurz angefahren wird, es aber nicht richtig los geht bevor die Kupplung geschlossen wurde, kommt das oben beschriebenen Phänomen der erneut schleifenden Kupplung. Kurz vom Gas gehen und erneutes vorsichtiges Gasgeben behebt diesen Zustand. Könnte mir vorstellen, dass ist einem komfortablerem Wiedereinkuppeln in diesen Situationen geschuldet. Wie sich das verhalten würde, wenn es weg programmiert würde? Ich weiß es nicht.

* Dann ist da noch das so erbärmlich langsame Schalten bei aktiviertem Tempomat. Auch die Schaltpunkte sind dann nicht mehr logisch. Warum wird nicht wie gewohnt geschaltet?


Stimme dir zu, dass das System grundsätzlich gut gelungen ist - auch bei den meisten Schwachpunkten sind wir uns einig. Warum das Schalten bei aktivierter GRA so langsam ist und warum die Kupplung nach einem "jetzt los - ach ne doch nicht" so stark schleift, würde mich auch interessieren. Es muss mit dem Kupplungsregler zu tun haben der in einen nicht passenden Modus fällt. Vielleicht finde ich es noch heraus.

Eine Verzögerung beim Anfahren aus dem Stand empfinde ich gar nicht so. Ich bin mit dem Verhalten zufrieden und fahre eh langsam an. Fahrer von anderen Autos, die meinen A2 mal gliehen haben, merken das aber tatsächlich immer wieder an. Anscheinend besteht ein großer Wunsch, direkt loszuhopsen. Scheint Geschmackssache zu sein. Der Kupplungsregler funktioniert meiner Meinung nach grundsätzlich ziemlich gut - Parkhaus-Rampen oder das Losfahren von der Ampel auf extrem steilen Straßen sind gar kein Problem.

Den von dir beschriebenen kurzen "Notlauf" beim Umschalten von normal nach ECO habe ich noch nie beobachtet. Wie reproduziert man das? Würde ich mir gerne mal anschauen.

Welchen Softwarestand hast du?

Geschrieben
vor 34 Minuten schrieb leiseflieger:

Den von dir beschriebenen kurzen "Notlauf" beim Umschalten von normal nach ECO habe ich noch nie beobachtet.

 

Ich hab so ein Kram wohl schonmal provoziert. An der Ampel wollte ich nicht, daß der Motor aus geht und hab nicht den ECO-Knopf gedrückt, sondern den Wählhebel in die Tiptronic-Gasse gelegt. Dann losgefahren und den Hebel wieder nach rechts geschubst.

Wenn man dabei dann aber noch relativ viel Gas gibt (vermutlich mehr als der extra-Eco-Torque-Limiter hergibt), dann hoppelt das Auto nachvollziehbar etwas rum.

 

vor 37 Minuten schrieb leiseflieger:

Der Kupplungsregler funktioniert meiner Meinung nach grundsätzlich ziemlich gut - Parkhaus-Rampen oder das Losfahren von der Ampel auf extrem steilen Straßen sind gar kein Problem.

Meine Frau hat damit enorme Probleme, also zumindest wenn man die Handbremse nicht nutzt.
Ich hab eigentlich ganz gute Erfahrungen gemacht mit folgendem Vorgehen: Schlagartig Vollgas geben bis man merkt, daß die Kupplung greift, dann das Gas sofort auf einen normalen Stand reduzieren.
So scheint mir die Kupplung sehr schnell einzukuppeln, ohne daß ich aber dann wie ein Verrückter mit quietschenden Reifen losfahre.

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