Zum Inhalt springen

2-Takt-Öl im Dieselkraftstoff, wer hat Erfahrung?


Empfohlene Beiträge

Geschrieben

Das war tatsächlich mal der Fall, habe ich auch selber praktiziert. 
Es war in der Zeit ab ca. 2003, gültige Abgasnorm war Euro 3, aber ab 2005 wurde dann Euro 4 eingeführt. Zusammen mit Euro 4 wurde der maximale Schwefelgehalt des Kraftstoffs auf unter 50 ppm reduziert. Das hierfür notwendige HDS-Verfahren entfernt nicht nur den Schwefel, sondern verändert auch andere Komponenten im Rohdiesel (Gasöl) und die Schmierfähigkeit lässt erheblich nach. Der für Einspritzkomponenten wichtige HFRR-Wert ist in die Höhe geschnellt (hoch=schlecht) und musste in den Raffinerien zu Additive wieder hergestellt werden. Additive kosten Geld, also wurde nur so viel hinzugegeben, bis der Grenzwert von 460 µm unterschritten wurde. Um die Lieferketten und alle Lager rechtzeitig zu leeren, hat die Mineralölwirtschaft schon mit fast zwei Jahren Vorlauf angefangen umzustellen.

Die Krux: Einspritzsysteme, welche in den 90er Jahren entwickelt wurden, waren darauf ausgelegt, dass der Diesel deutlich bessere Schmiereigenschaften hatte als der nun an den Tankstellen ausgeschenkte Kraftstoff. Diese Systeme, erste Generation Common Rail ging 1997 in Serie, Waren darauf nicht vorbereitet. Auch Die damals noch in vielen Autos verwendeten Verteilereinspritzpumpen (Bosch VP44, Delphi HRP222) haben unter dem neuen Kraftstoff gelitten. Es kam zu gehäuften Schäden an Pumpen durch den nun schlechter schmierenden Kraftstoff. 

 

Die Beimischung von 2-T Öl zum Diesel soll sich damals zuerst bei den Taxen verbreitet haben. Mercedes hatte beim E200 und E220 im W210 die HRP222 von Delphi/Lucas drin. Diese war recht sensibel. Aber auch die VP44 von Bosch war nicht gerade das robusteste Produkt aus Stuttgart. Die Beimischung von 2-T Öl (üblicherweise ca. 1%) hat da bisschen geholfen das Risiko von Pumpenschäden zu senken. Dazu enthält 2-T Öl auch reinigende Substanzen (Detergentien und Dispersanten), die im nassen Bereich des Einspritzsystems sicherlich nicht schaden.

Ich habe damals auf einem Motorenprüfstand aus Spaß den Einfluss der Beimischung auf die Emissionen untersucht. Ergebnis: bei einem Common Rail Motor bis 2% keine messbare Veränderung. Das 2-T öl verbrennt sauber mit, dafür ist es ja auch entwickelt worden.

Seit dem Dieselkraftstoff schon in der Raffinerie Biodiesel (RME) beigemischt wird (B7, also 7% RME), ist das Thema allerdings komplett vom Tisch. Schon eine Beimischung von 2% verbessert die Schmierfähigkeit dramatisch. Siehe https://www.motor-talk.de/forum/aktion/Attachment.html?attachmentId=690444

Fazit: Wenn dein Auto keinen DPF hat, kannst du bedenkenlos 2-T Öl beimischen, es hat aber keinen nennenswerten Vorteil mehr.  Ich habe es seinerzeit bei einem Opel Vectra B mit dem 2.0 DTI Motor verwendet. Dieser hatte die besagte VP44.

Geschrieben

Genau so kennen ich das auch, nur das ich für DPF und EU6 das Monzol 5C verwendet habe, bis ich im Nov 2025 auf HVO umgestellt habe. Seit ich HVO tanke, bekommt kein Diesel mehr 2TÖ oder irgendwas

Geschrieben (bearbeitet)

pansche auch gut 20jahre...im G4,im A4 B6 und im A2.die verbrennung ist leiser,und für PDF gibts aschearmes 2T öl...

Bearbeitet von jady28de
Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb huebi:

Bei unseren A2 gibt's keine Voreinspritzung. Sie wäre zwar möglich aber ich habe noch keine Motorsteuerung für Pumpe Düse Motoren mit aktiver Voreinspritzung gesehen.

 

Im Selbststudienprogramm Nr. 223 zum 1.2 TDI und 1.4 TDI ist beschrieben dass die PD-Elemente eine integrierte Voreinspritzung durchführen.

Diese Voreinspritzung erfolgt mechanisch vor der Haupteinspritzung ohne dass dies vom Motorsteuergerät separat gesteuert werden muss/kann (wenn das Magnetventil angesteuert wird).

 

Geschrieben

Durch die Reinigungswirkung des Zweitaktöls wird die Lebensdauer der Einspritzkomponenten mit Sicherheit verlängert 

Zweitaktöl ist zündwilliger als Diesel, schmiert, reinigt, und bewirkt daß  Diesel Motoren  leiser laufen.

Besonders geeignet für Motoren ohne Dieselpartikelfilter 

Den Audi A4 2,5 TDI mit diesen Einspritzpumpen die reinweise kaputt gingen habe ich dank Zweitaktöl über eine Millionen Kilometer gefahren.

Jetzt profitiert mein Audi A2 1,4 tdi, laufleistung 400.000 km, davon 

Pi mal Daumen kommen bei jeder Tankung 1 % Zweitaktöl zum Diesel :-)

Geschrieben

Nur zum Verständnis: 2-T Öl ist kein Wundermittel. Bei 1% nimmt es kaum Einfluss auf die Verbrennung. Es ist kein Cetanzahl-Booster und auch die reinigende Wirkung ist minimal. Weder auf dem Entwicklungsprüfstand noch im Fahrversuch war ein Einfluss feststellbar. Es hat seinerzeit die Schmierfähigkeit verbessert, das ist aber lange nicht mehr nötig. bei einem Auto mit DPF 

 

Biodiesel (RME) hat eine wesentlich stärkere reinigende Wirkung und es sind 7% im Tankstellendiesel enthalten (bis auf Ultimate, HVO, und ähnliches). Biodiesel hat auch eine deutlich höhere Cetanzahl (56-58) als Rohdiesel (>40). Trotzdem muss der Kraftstoff in der Raffinerie noch additiviert werden um die in der EN590 vorgeschriebene Cetanzahl von 51 zu erreichen.

Wenn ein Motor leiser läuft, merken tut man das eh nur im Leerlauf und bei kleinen Drehzahlen und kleinen Lasten, dann liegt es vor allem an der Cetanzahl. Eine laute (harte) Verbrennung hat mit dem sog. Zündverzug zu tun. Je höher die Cetahzahl, umso kleiner der Zündverzug, umso leiser der Motor. Die Voreinspritzung dient dem gleichen Zweck und wird nur aus akustischen Gründen verwendet. Sie hat eher negativen Einfluss auf die Emissionen.

 

Die Pumpe-Düse-Motoren im A2 sind sehr robust. Die PD-Elemente sind ölgeschmiert und nach meiner Erfahrung sehr langlebig. 

Geschrieben

Bei einem Auto mit DPF sollte man sich dessen bewusst sein, dass der Ascheintrag erhöht wird und damit sie Standzeit des DPF verkürzt wird. Das muss nicht dramatisch sein, aber es wird definitiv mehr Asche erzeugt.

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb peters190:

Je höher die Cetahzahl, umso kleiner der Zündverzug, umso leiser der Motor. Die Voreinspritzung dient dem gleichen Zweck und wird nur aus akustischen Gründen verwendet. Sie hat eher negativen Einfluss auf die Emissionen.

Die Voreinspritzung bringt tatsächlich für alle Emissionen Vorteile. Russ, Geräusch, CO, HC und NOx sinken dadurch deutlich. Irgendwo hatte ich mal eine Dissertation zu dem Thema gefunden und es war sehr beeindruckend, wie stark die Emissionen damit verringert werden konnten.
Da bis Euro 6 keine Messungen bei hohen Drehzahlen gemacht wurden und der Motor sowieso richtig laut ist, brauchte man ab 3000 1/min auch keine Voreinspritzung mehr.

 

vor 15 Stunden schrieb Phoenix A2:

Im Selbststudienprogramm Nr. 223 zum 1.2 TDI und 1.4 TDI ist beschrieben dass die PD-Elemente eine integrierte Voreinspritzung durchführen.

Das hatte ich schon wieder vergessen gehabt.

Ich hatte mich nur auf die Applikation innerhalb des Datenstandes konzentriert und bei der EDC16U34 zwar die Möglichkeit für bis zu 6 Einspritzungen gefunden, jedoch war nur eine einzige Haupteinspritzung appliziert.

 

vor 11 Stunden schrieb Apissimus:

Den Audi A4 2,5 TDI mit diesen Einspritzpumpen die reinweise kaputt gingen habe ich dank Zweitaktöl über eine Millionen Kilometer gefahren.

Bei den 2,5 l Reihenfünfzylindern war die VP36 (eventuell später noch die VP37) verbaut, die von der Lagerung her noch sehr solide aufgebaut war. Hier ist eher der Verschleiss des Förderkolbens im Verteilerkörper das Problem. Wenn der Spalt zwischen den beiden Teilen zu gross geworden ist, gibt es zuerst Heissstartprobleme und später springt er auch kalt nicht mehr an.

Hier hilft nur ein neuer Verteilerkörper mit Förderkolben.
Eine eher theoretische Möglichkeit wäre noch, dass Einspritzkennfeld der verschlissenen Einspritzpumpe neu zu vermessen und dieses dann in der Motorsteuerung zu applizieren.
Theoretisch deshalb, weil dafür mindestens 500 Messungen auf dem Prüfstand notwendig sind. Mit den normalen Prüfständen lauft das auf ewig viel Arbeit hinaus. Wenn so eine Einspritzpumpe repariert wird, sind nur drei abschliessende Messungen notwendig.

 

Beim 2,5 l V6-TDI ist dann die VP44, eine Radialverdichtende Einspritzpumpe verbaut. Hier geht öfter der Kolben des Spritzverstellers fest. Als Folge wird der Endstufentransistor für das Spritzverstellungsventil überlastet und geht kaputt.

Hier kann ein "Obenöl" die Haltbarkeit tatsächlich deutlich verlängern.

 

Aber wieder zurück zu unseren Uraltmotoren.

vor 4 Stunden schrieb peters190:

Die Pumpe-Düse-Motoren im A2 sind sehr robust. Die PD-Elemente sind ölgeschmiert und nach meiner Erfahrung sehr langlebig. 

Die Ölschmierung ist super und die Magnetventile halten auch sehr lange. Einfach ein gutes Konzept.

Die Pumpe Düse Motoren wurden entwickelt, um hohe Einspritzdrücke bis knapp über 2000 bar verwirklichen zu können. Mit den mechanischen VE-Einspritzpumpen waren offiziell 300 bar (Bosch) und inoffiziell 500 bar (MAN) möglich. Der spätere Nachfolger, die elektronisch geregelte VP37 des Ur-TDIs konnte dann schon 1350 bar Einspritzdruck erreichen.

Höhere Einspritzdrücke von bis zu 3000 bar sind dann mit den Common Rail Anlagen möglich.

 

Je höher der Einspritzdruck, umso vollständiger wird die Verbrennung und umso geringer wird der spezifische Verbrauch und auch die Emissionen.

Deine Meinung

Schreibe jetzt und erstelle anschließend ein Benutzerkonto. Wenn Du ein Benutzerkonto hast, melde Dich bitte an, um unter Deinem Benutzernamen zu schreiben.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.


  • Aktivitäten

    1. 407

      2-Takt-Öl im Dieselkraftstoff, wer hat Erfahrung?

    2. 0

      Dichtung Ansaugung ??

    3. 7

      Mikrofon in Frontblende von 1-Din Radio integrieren

    4. 75

      Wellendichtring am Getriebeausgang will nicht raus - Akutes Problem

    5. 6.734

      Der "ich habe 'ne kurze Frage" Thread

    6. 6.734

      Der "ich habe 'ne kurze Frage" Thread

    7. 6.734

      Der "ich habe 'ne kurze Frage" Thread

    8. 6.734

      Der "ich habe 'ne kurze Frage" Thread

    9. 75

      Wellendichtring am Getriebeausgang will nicht raus - Akutes Problem

    10. 7

      Mikrofon in Frontblende von 1-Din Radio integrieren

×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir verwenden Cookies. Mit weiteres surfen erklären Sie sich mit diesen einverstanden.